Oft ist es zunehmende Abnutzung

Je nach Ursache können Nackenbeschwerden oft einfach und effektiv behandelt werden – z. B. mit Massagen oder Krankengymnastik. (Foto: Fotolia / Adam Gregor)
Je nach Ursache können Nackenbeschwerden oft einfach und effektiv behandelt werden – z. B. mit Massagen oder Krankengymnastik. (Foto: Fotolia / Adam Gregor)

Für das HWS-Syndrom kommen viele Ursachen infrage.

(dbp/nas/fru) Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen sowie Schwindel gehören zu den häufigsten Beschwerden rund um die Halswirbelsäule (HWS). Es gibt aber noch mehr Symptome, die unter dem Begriff „HWS-Syndrom“ subsummiert werden können. Die Palette möglicher Ursachen ist bunt und reicht von einer simplen Verspannung bis hin zur Tumorerkrankung. „Oft sind die Beschwerden durch zunehmende Abnutzung bedingt“, erklärt Professor Dr. Marcus Richter, Präsident der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft. Vor allem bei Jüngeren liege aber auch häufig eine Muskelverspannung oder eine funktionelle Störung vor, wenn Schmerzen im Nacken auftreten. Beim sogenannten „Schiefhals“ verursachen z. B. meist gering gegeneinander verdrehte Wirbel die Beschwerden.

Psychische Probleme schultern            

Fehlhaltungen, Verspannungen und Stress machen der Halswirbelsäule täglich zu schaffen. „In die Wirbelsäule wird oft viel hineinprojiziert“, so Prof. Richter – beispielsweise, wenn wir etwas im übertragenen Sinne schultern müssen oder vielleicht auch niedergeschlagen sind. Die Psyche spielt insbesondere beim Schmerzempfinden und bei der Schmerzverarbeitung eine große Rolle. Nicht selten lassen sich deshalb bei Rücken- und Nackenschmerzen auch keine organischen Ursachen finden.

Nackenbeschwerden können oft je nach Ursache einfach und effektiv behandelt werden – z. B. mit Massagen, Medikamenten, Wärmeanwendungen oder Krankengymnastik. Manchen hilft es, im Alltag öfter mal auszuspannen. Im Vorfeld ist eine genaue Diagnose wichtig. Grundlegend hierfür ist das persönliche Gespräch mit dem Arzt. Er wird dabei für gewöhnlich auch eine körperliche Untersuchung durchführen und z. B. testen, wie beweglich Nacken, Schulter und Arme sind. Die Muskulatur wird ebenfalls auf Verspannungen, Verhärtungen oder sonstige druckempfindliche Bereiche geprüft. Schließlich können im Zweifel auch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Magnetresonanztomografie (MRT) die Diagnose stützen oder verwerfen.

„Handynacken“ vermeiden

Im mobilen Zeitalter verbringen immer mehr Menschen zu viel Zeit vor mobilen Geräten wie Smartphone, Tablet oder E-Book. Doch der Rücken leidet darunter, wenn es der Nutzer damit übertreibt, teilt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) mit. Denn ein ständig geneigter Kopf führe zur Überlastung der Halswirbelsäule. Das wiederum verursache Muskelverspannungen sowie Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich – seit kurzem bekannt als „Handynacken“. Eine untrainierte Rückenmuskulatur begünstigt den Handynacken.

„Beim Blick auf das Handy senkt der Nutzer sein Haupt meist um über 45 Grad – dann wirken Kräfte von über 20 Kilogramm. Das entspricht mehr als einem Kasten Wasser“, warnt die DGOU. Deshalb sollten die User mobiler Geräte sich folgende Tipps zu Herzen nehmen, um eine Überlastung der Halswirbelsäule zu vermeiden: Allgemein auf die richtige Sitzposition am Schreibtisch achten, regelmäßige Pausen einlegen und zwischendurch Lockerungsübungen durchführen sowie mobile Geräte näher ans Gesicht halten und lieber die Augen senken als Kopf und Nacken.