Nur ein kosmetisches Problem

Besenreiser können mittels Verödung oder Lasern entfernt werden. Mit beiden Verfahren lassen sich gute Ergebnisse erzielen. (Foto: Deutsche Venen-Liga e.V.)
Besenreiser können mittels Verödung oder Lasern entfernt werden. Mit beiden Verfahren lassen sich gute Ergebnisse erzielen. (Foto: Deutsche Venen-Liga e.V.)

Besenreiser sind gesundheitlich unbedenklich

Wenn hellrote Gefäßbäumchen, dunkelblaue Äderchen oder rötliche Flecken unter der Haut sichtbar werden, handelt es sich um sogenannte Besenreiser – eine Venenerkrankung, die an sich gesundheitlich unbedenklich ist und nur ein kosmetisches Problem darstellt. Obwohl Besenreiser keinen Krankheitswert haben, können sie dennoch als erstes Anzeichen einer tiefer liegenden Venenerkrankung auftreten. Dabei sind keineswegs nur ältere Menschen davon betroffen: „Besenreiser finden sich bei gut 60% aller Frauen und Männer zwischen 20 und 29 Jahren“, erklärt Venenspezialist Aljoscha Greiner auf den Seiten der Deutschen Venen-Liga und bezieht sich auf eine Studie der dermatologischen Universitätsklinik Bonn.

Erweiterung durch Elastizitätsverlust

Ursache der Besenreiser sind kleinste Venenerweiterungen, die laut Greiner durch Elastizitätsverlust entstehen können. Ursache ist häufig eine angeborene Bindegewebsschwäche. Besenreiser können durch mangelnde Bewegung, überwiegend sitzende oder stehende Tätigkeiten, eine starke Gewichtsabnahme sowie durch Übergewicht entstehen. Aber auch nach einer Schwangerschaft treten die kleinen Verästelungen oft auf. Der Grund liegt hier in der Hormonumstellung, die für eine Erweiterung der Gefäße sorgt.

Grundsätzlich können auch lange Autofahrten und Flugreisen sowie Bettlägerigkeit Besenreiser begünstigen. Weitere Risikofaktoren sind ein hoher Alkoholkonsum, Saunagänge und sehr heiße Vollbäder. Die unschönen Linien und Verästelungen können an allen Stellen der Haut sichtbar auftreten, kommen jedoch gehäuft an den Beinen vor. Mit viel Bewegung und Beingüssen können Betroffene einer Ausbreitung jedoch entgegenwirken.

Bei Schmerzen zum Facharzt

Wenn Schmerzen auftreten, können diese ein Hinweis auf eine tiefer liegende Erkrankung des Venensystems sein. In einem solchen Fall sollten die Betroffenen einen Phlebologen (Venenspezialist) oder Gefäßchirurgen aufsuchen, um die Ursachen abzuklären. Der Facharzt kann das tiefer liegende Venensystem untersuchen, um ein Krampfaderleiden oder eine Funktionsschwäche (Insuffizienz) der Leitvene auszuschließen. Die Untersuchung erfolgt mit einem speziellen Farb-Ultraschallgerät.

Wenn kein Hinweis auf eine sonstige Venenerkrankung vorliegt, können Besenreiser durch Verödung oder Lasern entfernt werden. Mit beiden Verfahren lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Ansonsten hilft viel Bewegung, damit Besenreiser erst gar nicht entstehen. Denn dadurch wird die Venenmuskelpumpe aktiviert und wer die Beine zusätzlich kalt und warm duscht, trainiert die Gefäßwände und verbessert die Durchblutung. Gelegentliches Tragen von Kompressionsstrümpfen hat sich ebenfalls bewährt und bequeme Kleidung sorgt dafür, dass das Blut nicht gestaut wird.

Das Wort Besenreiser enthält übrigens Elemente aus der Botanik. Denn dort wird mit „Reis“ ein dünner Zweig bezeichnet und mehrere solcher Zweige als „Reiser“. Diese wurden wiederrum zu (Kehr-)Besen verarbeitet, was den Besenreisern zu ihrem Namen verhalf.