Nüsschen knabbern für die Herzgesundheit

Gut fürs Herz: Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungshemmend und gefäßschonend. (Foto: abcmedia / Fotolia)
Gut fürs Herz: Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungshemmend und gefäßschonend. (Foto: abcmedia / Fotolia)

Ungesättigte Fettsäuren sind gut für Herz und Gefäße

(dbp/auh) Mehr Fett für Herz und Kreislauf? Ja, aber nicht jedes Fett ist gut für die Gefäßgesundheit. Im Gegenteil: Es gibt ausgesprochen schädliche Fette, von denen nicht nur Herzpatienten, sondern auch gesunde Menschen besser die Finger lassen.

Wenn es um die Herzgesundheit geht, haben sich Ernährungsmediziner seit Langem von der alten Formel verabschiedet, die hieß: „so fettarm wie möglich“. Das Problem an dieser Devise: Wer sich daran hielt, dem entgingen auch die gesundheitsfördernden Wirkungen bestimmter Fettarten.

Außerdem führt eine strikt fettarme Ernährung meist in die Zuckerfalle. Insbesondere Knabberartikel und Snacks, die ganz ohne Fett daherkommen, bestehen oft zum überwiegenden Teil aus Zucker. Und bei Produkten, die mit dem Hinweis „fettreduziert“ werben, lohnt sich ein Blick auf die Energiewerttabelle ganz besonders, denn weniger Fett wird aus Geschmacksgründen manchmal mit mehr Zucker ausgeglichen.

Nicht strikt fettarm, sondern „fettmodifiziert“ sollte die herzgesunde Ernährung sein. Das bedeutet: von bestimmten Fetten weniger essen, von anderen mehr.

Transfette ganz vermeiden

Ausgesprochen schädlich sind sogenannte Transfettsäuren. Sie erhöhen die Konzentration des ungünstigen LDL-Cholesterins im Blut, senken das wünschenswerte HDL-Cholesterin, fördern Entzündungen und stören die Funktion der Blutgefäßwände. Transfettsäuren entstehen in der industriellen Nahrungsmittelproduktion, wenn Öle gehärtet oder stark erhitzt werden. Demzufolge „verstecken“ sie sich in Fertiggerichten, in Frittiertem und in vielen Backwaren. Zu erkennen sind sie auf der Zutatenliste der Produkte an den Angaben „pflanzliche Fette, zum Teil gehärtet“ oder „gehärtete Fette“.

Weniger gesättigte Fette

Auch gesättigte Fettsäuren haben unter Herzspezialisten einen schlechten Ruf. Der Grund: Sie sollen das Herzinfarktrisiko steigern, weil sie für einen Anstieg des LDL-Cholesterins im Blut sorgen. Fettreiche Milch- und Fleischprodukte sollten daher zugunsten fettärmerer Varianten gemieden werden, lautet der Rat der führenden Fachgesellschaften. Also Geflügel statt Schweinefleisch und Magerquark statt Butter.

Unter dem Aspekt der Kalorienreduktion ist das eindeutig die richtige Wahl. Ob aber die Gefäßgesundheit tatsächlich unter den gesättigten Fetten leidet? Dafür gibt es keine Belege – im Gegenteil. Das behaupten zumindest in jüngster Zeit immer mehr Wissenschaftler, darunter der britische Kardiologe Dr. Aseem Malhotra. Mit seinem Artikel „Saturated Fat is not the major issue“ (etwa: „Gesättigte Fettsäuren sind nicht das Problem“) im British Medical Journal (Oktober 2013) rüttelte der Herzspezialist an einem Dogma, das zuvor hierzulande bereits Ernährungswissenschaftler wie Ulrike Gonder und Dr. Nicolai Worm mit ihrem Buch „Mehr Fett!“ ins Wanken brachten.

Mehr ungesättigte Fettsäuren

Bei der Beurteilung der ungesättigten Fette für die Herzgesundheit sind sich die Experten hingegen wieder einig: Sowohl einfache als auch mehrfach ungesättigte Fette, dazu gehören auch Omega-3-Fettsäuren, sollten den Löwenanteil an der Gesamtfettzufuhr ausmachen. Ideal sind fette Früchte (Nüsse, Avocados) und fette Fische (Hering, Lachs, Makrele). Wichtig: die Kalorien nicht aus den Augen verlieren. Und (noch wichtiger): Auch die herzgesündeste Ernährung kann Lebensstilsünden wie Bewegungsmangel und Zigarettenrauchen nicht wiedergutmachen.