Nierensteine müssen untersucht werden

Damit Nierensteine „spontan abgehen“, hilft es oft schon, viel zu trinken. (Foto: olesiabilkei / Fotolia)
Damit Nierensteine „spontan abgehen“, hilft es oft schon, viel zu trinken. (Foto: olesiabilkei / Fotolia)

Tipps zur Vorbeugung hängen von der Zusammensetzung der Steine ab

(dbp/auh) Nierensteine sind keine lästige Alterserscheinung, sondern müssen ernst genommen werden, betont die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie. Sehr wichtig sei die Bestimmung des Materials, aus dem der Stein besteht. Denn die Zusammensetzung habe eine entscheidende Bedeutung für die richtige Behandlung.

Nierensteine bestehen in der Regel aus einem oder mehreren der folgenden Stoffe: Kalzium-Oxalat (75 bis 85 Prozent der Steine), Magnesium-Ammonium-Phosphat (etwa 10 Prozent), Harnsäure (rund 5 Prozent), Kalzium-Phosphat, Xanthin oder Zystin. Die meisten Nierensteine müssen nicht operativ entfernt werden. Manchmal reicht es schon, viel zu trinken, damit die Steine „spontan abgehen“. Reine Harnsäuresteine lassen sich gut mit der Gabe von Medikamenten auflösen (Litholyse). Nach Angaben der Deutschen Nierenstiftung ist nur noch in weniger als fünf Prozent der Fälle eine „klassische operative Behandlung“ erforderlich.

Nierensteine sind immer Hinweise

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) erklärt, dass Nierensteine keine Krankheit, sondern stets ein Symptom seien. Bei Kindern weisen sie laut DGfN häufig auf eine Stoffwechselstörung hin, aber auch bei Erwachsenen sollte unbedingt die Ursache abgeklärt werden.

Nierensteine entstehen, wenn sich zu viele kristallbildende oder zu wenig kristallhemmende Stoffe im Urin befinden. Das kann beispielsweise passieren, wenn zu wenig getrunken wird. Es kann aber auch eine genetische Veranlagung oder eine Stoffwechselkrankheit zugrunde liegen. Weitere mögliche Ursachen laut Nierenstiftung sind häufige Blasen- und Nierenbeckenentzündungen, Medikamentenmissbrauch oder wochenlange Bettlägerigkeit.

Kleine Steine werden oft nicht bemerkt

Sehr kleine Steine wandern oft unbemerkt von der Niere durch den Harnleiter und werden ausgeschieden, ohne Beschwerden zu verursachen. Größere Steine hingegen können unerträgliche Schmerzen auslösen (Nierenkolik). Blut im Urin kann ein Hinweis auf Nierensteine sein; dann hat der Stein bei seiner Wanderung die Harnleiterwand verletzt.

Die DGfN beschreibt mögliche Komplikationen: Manchmal bleibt der Stein im Harnleiter stecken, der Urin kann nicht mehr abfließen und staut sich zurück bis in die Niere. Ab etwa einem Zentimeter Durchmesser passt ein Stein meist gar nicht mehr in den Harnleiter und bleibt im Nierenbecken liegen. Nimmt er an Größe zu, kann ein dumpfer Schmerz in der Nierengegend auf seine Existenz aufmerksam machen. Eine große Gefahr ist die Harnwegsinfektion. Unbehandelt kann sie auf den ganzen Körper übergreifen und zu einer Blutvergiftung führen.

Wenn eine Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr oder die Gabe von Medikamenten nicht zum gewünschten Ergebnis führen, muss der Stein entfernt werden. Häufig kommt dafür die sogenannte extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie zum Einsatz: Der Stein wird von außen mittels Ultraschallwellen zertrümmert und die Einzelteile werden dann über eine vorher gelegte Harnleiterschiene ausgeschieden.

Bei etwa 50 Prozent aller Nierensteinpatienten treten die unerwünschten Kristalle erneut auf. Um die „Rückfallquote“ zu reduzieren, werden – abhängig von der Zusammensetzung des Steins – individuell unterschiedliche Ernährungsempfehlungen ausgesprochen. Generell scheint es günstig zu sein, weniger tierisches Eiweiß zu sich zu nehmen. Auch „viel trinken“ und der Verzicht auf Lebensmittel mit hohem Oxalsäureanteil (Rhabarber, Kakao, Spinat, Mangold, Rote Bete) ein viel gehörter Rat. Eine kalziumarme Diät hingegen scheint keine sinnvolle Empfehlung zu sein.