Nicht nur sauber, sondern rein

So effektiv wie bei der PZR kann man seine Zähne zu Hause nicht reinigen. (Foto: Valeriy Velikov / Fotolia)
So effektiv wie bei der PZR kann man seine Zähne zu Hause nicht reinigen. (Foto: Valeriy Velikov / Fotolia)

Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) ergänzt die häusliche Mundhygiene

(dbp/auh) Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) gehört zu den medizinischen Leistungen, deren Nutzen im Zusammenspiel mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt und gewissenhafter häuslicher Mundhygiene völlig unumstritten ist. Sie dient zum einen der Vorbeugung von Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparats, also Karies, Parodontitis (Zahnbettentzündung), Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Halitosis (Mundgeruch). Zum anderen ist sie auch bei der Behandlung von Parodontitis und Gingivitis eine wichtige und notwendige Maßnahme.

Viele Kassen zahlen Zuschuss

Dennoch ist die PZR bisher nicht Bestandteil des Regelkatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten, die zwischen 60 und 120 Euro variieren können, müssen aber viele gesetzlich Versicherte trotzdem nicht komplett selbst übernehmen. Denn eine große Zahl an Krankenkassen zahlt zumindest einen Zuschuss pro Jahr oder übernimmt die Kosten im Rahmen von Bonusprogrammen. Es lohnt sich also für gesetzliche Versicherte, bei der eigenen Kasse nach den Konditionen für die Kostenübernahme zu fragen.

Wie oft? Das weiß der Zahnarzt!

Als reine Prophylaxemaßnahme genügt es in der Regel, ein- bis zweimal pro Jahr eine PZR machen zu lassen. Bei einem hohen Parodontitisrisiko können kürzere Abstände nötig werden. Auch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten beeinflusst die Mundgesundheit. Diabetes und Stress können unter Umständen Veränderungen in der Mundhöhle zur Folge haben. Zum Beispiel kann sich der Speichel verändern oder verringern, was Karies begünstigt. Wie oft eine PZR sinnvoll ist, hängt also von vielen individuell verschiedenen Faktoren ab. Maßgeblich ist die Empfehlung des Zahnarztes.

Individuelle Beratung

In den meisten Zahnarztpraxen wird die PZR von einer speziell ausgebildeten Fachkraft durchgeführt, zum Beispiel von einer Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin. Der erste Behandlungsschritt ist das Sichtbarmachen von eventuellen Schwachstellen der häuslichen Zahnpflege. Dazu werden Zähne mit einer Farbe behandelt, die nur auf den Belägen haftet. Beim Blick in den Spiegel sieht der Patient genau, welche Partien zu Hause zukünftig besser gereinigt werden müssen. Sind beispielsweise die Zahnzwischenräume das Problemfeld, so wird die Expertin den richtigen Umgang mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen zeigen.

Gründliche Reinigung

Das eigentliche Reinigungsprogramm besteht aus mehreren Phasen, bei denen verschiedene Spezialinstrumente zum Einsatz kommen: Mit Handinstrumenten werden Zahnstein und Beläge entfernt, mit Ultraschall und/oder Pulver-Wasserstrahlgeräten werden Zähne und Zahnzwischenräume von „allem Übel“ restlos befreit. Nach dieser Intensiv-Reinigung folgt die Politur. Ein schöner Nebeneffekt: Befreit von Verfärbungen, die durch Tee oder Kaffee entstehen, sehen die Zähne anschließend blendend aus. Um den Zahnschmelz zu stärken, wird abschließend ein stark fluoridhaltiger Lack aufgetragen.

Wichtig: Die PZR ist kein Ersatz für die Zahnpflege zu Hause, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Weiterhin unumgänglich ist, sich täglich mindestens zweimal gründlich die Zähne zu putzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume zu reinigen.