Neues von der Grippe-Impfung

Die „echte“ Grippe kann den stärksten Bären umhauen. (Foto: Bilderbox)
Die „echte“ Grippe kann den stärksten Bären umhauen. (Foto: Bilderbox)

Warum der Influenza-Impfstoff knapp ist und Schwangere sich impfen lassen sollten

(dbp/htr) In diesem Jahr macht die Grippe-Impfung vor allem wegen Lieferengpässen des Impfstoffs Schlagzeilen. Ursache der aktuellen Engpässe sind zwei Entwicklungen: Zum einen gibt es ein neues System, wie Impfstoffe bezahlt werden. In weiten Teilen der Bundesrepublik darf deshalb innerhalb eines Abrechnungsbezirkes nur ein bestimmter Impfstoff genutzt werden. Zum zweiten wurden einige Impfstoff-Chargen (Produktionseinheiten) aufgrund von Ausflockungen von der Überwachungsbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, vorsichtshalber zurückgerufen. Neuen Impfstoff herzustellen dauert. Zudem kann manchenorts durch die neue Kostenregelung nicht so schnell auf andere Impfstoffe ausgewichen werden. Es ist dennoch davon auszugehen, dass sich die Versorgungslage wieder bessert und dass sich jeder gegen Grippe impfen lassen kann, der diesen Schutz braucht: alle ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch Kranke.

Grippefrei durch die Schwangerschaft

Seit Herbst 2009 wird auch in Deutschland während der Wintersaison Frauen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel die Grippe-Impfung empfohlen. Was hierzulande bisher nur wenig bekannt ist: Auch ansonsten gesunde Schwangere müssen bis zu sieben Mal häufiger wegen der echten Virusgrippe (Influenza) ins Krankenhaus und bis zu 13 Mal häufiger auf der Intensivstation behandelt werden als Gleichaltrige, die nicht schwanger sind.

Steckt sich eine Schwangere mit echter Virusgrippe an, gehen die Influenza-Viren auch selten auf das Ungeborene im Mutterleib über. Es scheint dadurch keinen direkten Schaden zu erleiden. Wenn jedoch die Mutter hoch fiebert (über 39 Grad) und schwer erkrankt, kann das die Entwicklung des Ungeborenen stören. Das Risiko für Neuralrohrdefekte und Fehlgeburten nimmt zu.

Impfung schützt Mutter und Kind

Grundsätzlich vermeiden es Ärzte, während einer Schwangerschaft Medikamente zu geben. Das gilt in der Regel auch für Impfstoffe. Die Grippe-Impfung gehört zu den Ausnahmen: Sie bietet Mutter und Kind wichtigen zusätzlichen Schutz. Beispielsweise erlebten geimpfte werdende Mütter während der Pandemie 2009 in Kanada 34 Prozent weniger Totgeburten, 28 Prozent weniger Frühgeburten vor der 33. Schwangerschaftswoche und 19 Prozent weniger sehr kleine Kinder.

Keine Angst vorm Adjuvans

Squalen-haltige Impfstoffe wurden während der Pandemie 2009 sehr kritisch diskutiert. Squalen ist ein natürliches Zwischenprodukt des menschlichen endogenen Cholesterinstoffwechsels und Bestandteil der Körperzellen. Es wird in Impfstoffen als Wirkverstärker (Adjuvans) verwendet. In den jüngst abgeschlossenen Studien dazu fanden sich keine Hinweise auf Störungen des Schwangerschaftsverlaufs. Die heute üblichen Totimpfstoffe gegen Grippe sind allgemein als sicher anerkannt.

Wer also zum Kreis der „Risikopersonen“ gehört, sollte seinen Arzt nach der Grippe-Impfung fragen.

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