Neues in der Glaukom-Therapie

Augentropfen ohne Konservierungsmittel werden in Ophtiolen (Einmalbehälter) verpackt. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)
Augentropfen ohne Konservierungsmittel werden in Ophtiolen (Einmalbehälter) verpackt. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)

Nachgeforscht: Welche Innovationen gibt es bei der Behandlung des „grünen Stars“?

(dbp/auh) Das Glaukom, im Volksmund auch „grüner Star“ genannt, gehört zu den Krankheiten, die viele Jahre unbemerkt voranschreiten können. Lange bevor der Patient etwas von der Schädigung des Sehnerven bemerkt, kann der Augenarzt die Erkrankung feststellen. Doch als reine Früherkennung ist die Glaukom-Vorsorge keine Kassenleistung. Das ist einer der Gründe, warum laut Expertenschätzung auf jeden diagnostizierten Glaukompatienten mindestens noch einer kommt, der nichts davon weiß.

„2012 war bei rund 972.000 Patienten ein Glaukom sicher diagnostiziert. Das bedeutet für die meisten dieser Patienten, dass ihnen das Schicksal zu erblinden erspart bleibt; ihre Krankheit kann behandelt und der Sehverlust somit aufgehalten werden“, erklärte Professor Christian Mardin von der Universitäts-Augenklinik Erlangen beim 14. Kongress der Augenärztlichen Akademie Deutschland.

Das Glaukom ist zwar behandelbar, aber keine Methode kann die Schädigung des Sehnerven rückgängig machen, die zum Zeitpunkt des Therapiebeginns bereits eingetreten ist. Die Behandlung zielt immer darauf ab, durch eine Senkung des Augeninnendrucks den krankhaften Prozess am Fortschreiten zu hindern. Das geschieht in 80 Prozent der Fälle mithilfe von Augentropfen. Es gibt aber auch mehrere Operationsmethoden, mit denen eine lang anhaltende Drucksenkung erzielt werden kann.

Medikamente ohne Konservierungsstoffe

Bei den Augentropfen gibt es mehrere unterschiedliche Wirkstoffgruppen, die wichtigsten sind Prostaglandine, Betablocker, Alpha-Agonisten und die lokalen Karboanhydrase-Hemmer. Als „Durchbruch“ bezeichnet der Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung (www.glaukom.de), dass es mittlerweile fast alle ohne Konservierungsmittel gibt: „Konservierungsmittelfreie Präparate zu nehmen, macht nicht nur für Patienten mit empfindlichen, trockenen oder zu Entzündungen neigenden Augen Sinn.“ Denn falls doch einmal eine drucksenkende Operation erforderlich werden sollte, heilt die Bindehaut anschließend besser, wenn sie nicht vorher jahrelang einem Konservierungsmittel ausgesetzt war.

Kanaloplastik erobert die Glaukom-Chirurgie

Auch die Glaukom-Chirurgie verfügt über mehrere verschiedene Methoden zur Augeninnendrucksenkung, die abhängig von der Art des Glaukoms, vom Stadium der Erkrankung und anderen, individuellen Faktoren eingesetzt werden können. Die jüngste Operationstechnik, die 360-Grad-Kanaloplastik, hat sich in wenigen Jahren zu einer Erfolg versprechenden Alternative entwickelt. Der Vorteil: Im Unterschied zu den herkömmlichen Methoden bleiben die Abflusswege im Auge erhalten. Statt einen neuen Abfluss für das Kammerwasser zu legen (wie bei der Trabekulektomie) wird bei der Kanaloplastik der natürliche Abflusskanal erweitert. Dieser sogenannte „Schlemmsche Kanal“ verläuft ringförmig um die Iris, daher die Bezeichnung „360 Grad“.

Laut Professor Norbert Körber vom Augencentrum Köln ist die Kanaloplastik mit vergleichsweise weniger Risiken und Komplikationen für den Patienten verbunden, die Genesung verlaufe schneller und die Nachsorge sei bequemer. Allerdings sagt auch Körber: „Es wird wohl niemals ein Verfahren geben, das bei allen glaukomatösen Augen funktioniert.“

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