Neues aus der Alzheimerforschung

Forscher auf der ganzen Welt suchen nach einem Medikament gegen Alzheimer. (Foto: Andrea Danti / Fotolia)
Forscher auf der ganzen Welt suchen nach einem Medikament gegen Alzheimer. (Foto: Andrea Danti / Fotolia)

(dbp/auh) Kaffee oder Tee? Egal – Hauptsache Koffein!

Offenbar schützt Koffeinkonsum vor bestimmten Ablagerungen im Gehirn, die auch bei der Alzheimer-Krankheit auftreten. Ein deutsch-französisches Forschungsprojekt ist zu dieser Erkenntnis gekommen, die am 31. März 2014 in der Online-Ausgabe des Fachmagazins „Neurobiology of Aging“ veröffentlicht wurde.

Ablagerungen eines Proteins namens Tau zählen zusammen mit Beta-Amyloid-Plaques zu den charakteristischen Merkmalen der Alzheimer-Krankheit. Die beiden Eiweißablagerungen stören die Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn und tragen dadurch zu deren Degeneration bei. Bislang gibt es trotz intensiver Forschung keinen Wirkstoff, der dies verhindern kann. Durch die Ergebnisse des Forscherteams um Professorin Christa E. Müller (Bonn) und Dr. David Blum (Lille) könnte sich das irgendwann ändern.

Denn die Wissenschaftler haben einen Stoff entwickelt, der genau wie Koffein im Gehirn einen bestimmten Rezeptor blockiert, nämlich den Adenosinrezeptor-Subtyp A2A. Allerdings hat der neu entwickelte A2A-Antagonist weniger Nebenwirkungen als Koffein und wirkt gleichzeitig effektiver. Mäuse mit einem veränderten Tau-Protein, das unbehandelt zu Alzheimersymptomen führt, hatten im Vergleich zu einer Placebogruppe bessere Gedächtnisleistungen, wenn sie den A2A-Antogonisten bekamen. Insbesondere auf das räumliche Erinnerungsvermögen hatte der Wirkstoff positive Auswirkungen. Auch konnte man im Gehirn der Mäuse eine positive Veränderung sehen.

Christa E. Müller hofft, dass weitere Tierversuche und anschließend klinische Studien durchgeführt werden. Bis zur Zulassung von A2A-Adenosinrezeptor-Antagonisten als neue Alzheimer-Therapeutika sei aber noch „etwas Geduld“ gefragt.