Neuerkrankungsrate für Darmkrebs gesunken

Darmkrebs stellt bei Männern die dritthäufigste Krebsneuerkrankung dar, bei Frauen sogar die zweithäufigste. (Grafik: Aktion Deutschland gegen Darmkrebs)
Darmkrebs stellt bei Männern die dritthäufigste Krebsneuerkrankung dar, bei Frauen sogar die zweithäufigste. (Grafik: Aktion Deutschland gegen Darmkrebs)

Laut Robert Koch Institut ist dieser Rückgang als Effekt der Vorsorge-Darmspiegelung zu sehen.

(iwg/fru) Die Felix Burda Stiftung, die Stiftung LebensBlicke und des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. haben den Monat März als bundesweiten Aktionsmonat für die Darmkrebsvorsorge ausgerufen. Denn obwohl umfangreiche Präventions-Angebote bestehen, sterben jährlich rund 25.600 Menschen an diesem Krebs, der als einziger verhindert bzw. geheilt werden kann, wenn er frühzeitig erkannt wird.

Ende 2016 veröffentlichte das Robert Koch Institut (RKI) einen aktuellen „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“. Hierin zeigt sich eine erfreuliche Fortsetzung des Trends der letzten Jahre: Erneut sind die Anzahl der Todesfälle an Darmkrebs in Deutschland gesunken! In absoluten Zahlen von zuletzt 25.972 auf nun 25.693 Tote. Auch die Neuerkrankungen sind seit 2003 immer weiter gesunken auf nun 62.410, was einem Rückgang um etwa 16 Prozent entspricht.

Vorsorge-Darmspiegelung wirkt

„Seit etwa 2003/2004 sinken in Deutschland bei beiden Geschlechtern die Inzidenzraten in allen Altersgruppen ab 55 Jahren“, so das RKI in seiner Veröffentlichung. „Vor allem bösartige Tumoren des absteigenden Dickdarms und des Enddarms werden inzwischen seltener diagnostiziert, während die Inzidenzraten fortgeschrittener Vorstufen (in-situ Karzinome) des Darms ansteigen.“

Laut Robert Koch Institut ist dieser Rückgang als Effekt der Vorsorge-Darmspiegelung zu sehen: „Der in Deutschland erkennbare Rückgang der Inzidenz in den letzten Jahren, vor allem für die unteren Darmabschnitte, spricht insgesamt für einen positiven Einfluss der Früherkennungs-Koloskopie, die Versicherten seit Oktober 2002 ab dem 55. Lebensjahr angeboten wird. Dabei können Ärztinnen und Ärzte gutartige Veränderungen (Adenome) entfernen, die sich sonst zu bösartigen Tumoren weiterentwickeln könnten.“

Wenn die Vorsorge allerdings so lange hinausgezögert wurde, bis der Darmkrebs zu weit fortgeschritten ist, sinken die Heilungschancen dramatisch. Daher will die Felix Burda Stiftung auch in diesem Jahr wieder hunderttausende von gesunden Menschen in Deutschland für die Prävention begeistern und dazu motivieren, die gesetzlichen Leistungen in Anspruch zu nehmen.