Neue Wege für die Pflege von Menschen mit Demenz

Wenn es in den eigenen vier Wänden nicht mehr geht, stehen für Demenzkranke verschiedene Wohn- und Pflegeangebote zur Verfügung. (Foto: Photographee.eu / Fotolia)
Wenn es in den eigenen vier Wänden nicht mehr geht, stehen für Demenzkranke verschiedene Wohn- und Pflegeangebote zur Verfügung. (Foto: Photographee.eu / Fotolia)

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert "Lokale Allianzen".

(dbp/fru) Schon jetzt sind in Deutschland etwa 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig. Diese Zahl wird sich bis 2030 voraussichtlich auf rund 3,5 Millionen erhöhen. Da die Lebenserwartung immer weiter steigt, wird auch der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung steigen. Somit wird auch klar, dass das Thema Demenz hierbei eine große Rolle spielt, denn ein höheres Alter ist unbestritten der größte Risikofaktor für eine Demenzerkrankung. Aktuell gibt es in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen mit Demenz.

Auf der anderen Seite haben Senioren den Wunsch, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben. Aktuell werden über 70 Prozent der Pflegebedürftigen – und das gilt auch für Demenzkranke – zu Hause versorgt. Dies stellt für die Angehörigen oft eine große Herausforderung dar, denn sie stehen meist selbst mitten im Leben. Sie sind berufstätig, haben Kinder und müssen auch das eigene Haus oder die Wohnung in Schuss halten.

Betreutes Wohnen, Demenz-WG oder doch Pflegeheim? 

Wenn es für Angehörige z. B. aufgrund fortschreitender Erkrankung nicht mehr möglich ist, die Versorgung fortzuführen, sollten sie sich nach einer anderen geeigneten Wohn- und Versorgungsform umschauen. Und da kommen verschiedene Möglichkeiten infrage. Da wäre z. B. das Konzept des betreuten Wohnens, bei dem die Wohnungen eines Hauses oder eines Häuserkomplexes seniorengerecht gestaltet werden und direkt vor Ort geschultes Personal zur Verfügung steht. So können sich die Bewohner etwa per Notrufknopf rund um die Uhr professionelle Hilfe in ihre Wohnung holen.

Eine weitere Möglichkeit bieten Demenz-WGs. Bei diesem Konzept entstehen meist ambulant betreute Wohngemeinschaften zwischen 6 und 10 Personen. Die Betroffenen leben als Mieterinnen und Mieter in einem geeigneten Haus oder einer Wohnung zusammen und werden dort mit den notwendigen Leistungen versorgt. Ansonsten werden alltägliche Aufgaben wie beispielsweise Kochen gemeinsam bewältigt. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, in ein Pflegeheim zu gehen, dass speziell auf die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen ausgerichtet ist. So leben die Senioren dort meistens in kleinen Gruppen mit festen Pflegekräften und sind somit in ein festes soziales Gefüge eingebunden.

Lokale Allianzen geben Orientierung

Die Unterstützung der an Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen gehört in den kommenden Jahren sicherlich zu den größten Herausforderungen der Gesellschaft. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ganz Deutschland sogenannte Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz ins Leben gerufen. Die Projekte werden auch finanziell gefördert. Das Ziel ist es, Demenzkranken und ihren Angehörigen in ihrer Umgebung bestmögliche Orientierung zu bieten – auch zu Wohnformen und Pflege.

So entstehen auch immer neue Wohnkonzepte, die vor allem auf Selbstverantwortung  in Wohngemeinschaften setzen. Dadurch wird ein Höchstmaß an Selbstbestimmung gewährleistet aber auch Teilnahme gefordert. Beispielsweise müssen die einzelnen Gruppenmitglieder mitentscheiden, welcher Pflegedienst in welchem Umfang beauftragt werden soll oder welche Aufgaben man selbst innerhalb der Gruppe übernehmen möchte. Wird in einer selbstverwalteten Wohngemeinschaft ein Platz frei, entscheiden die übrigen Bewohner selbst, wer von den Bewerbern dann am besten zu ihnen passt.

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