Neue Leitlinie zur Fettleibigkeit

Übergewicht ist riskant für die Gesundheit. (Foto: Bilderbox)
Übergewicht ist riskant für die Gesundheit. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Ein Gremium von hochrangigen Wissenschaftlern und Ärzten hat die S3-Leitlinie zur Vorbeugung und Therapie von Fettleibigkeit (Adipositas) aktualisiert.

Die wichtigste Neuerung nach Meinung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG): Adipositas sei jetzt als Krankheit eingestuft.

„Die neue Leitlinie räumt mit einigen falschen Vorstellungen und Empfehlungen auf, die täglich in den Medien kursieren“, sagt Professor Martin Wabitsch, Präsident der DAG. Gerade die Feststellung, dass Fettleibigkeit nun als Krankheit eingestuft werde, sei überfällig. Die WHO charakterisiert Adipositas (BMI ab 30) schon seit dem Jahr 2000 als Krankheit.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) ist übrigens anderer Meinung: Sie hält Fettleibigkeit allein (also wenn der Mensch sonst keine gesundheitlichen Probleme oder Risikofaktoren hat) nicht automatisch für eine Krankheit. Die DEGAM war aber nicht direkt an der Erstellung der Leitlinie beteiligt.

Eine weitere wichtige Erkenntnis betrifft die Ernährung. Ob man weniger Fett oder weniger Kohlenhydrate zu sich nehme, sei nicht entscheidend. Wichtiger sei, dass die Ernährungsweise zur Person passe und dass sich derjenige, der abnehmen möchte, nicht sklavisch an strenge Vorgaben halten müsse. Im Vordergrund werden in Zukunft auch eher individuelle Therapieziele und eine Gewichtsstabilisierung stehen. Die Stichworte lauten in diesem Zusammenhang Ernährungs- und Verhaltensumstellung und mehr Bewegung – vorzugsweise Ausdauersportarten, die die Gelenke schonen. Unter Umständen wird auch ein chirurgischer Eingriff empfohlen, um das Übergewicht zu reduzieren.

An der Leitlinie haben neben der DAG die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mitgearbeitet.