Neuartige Schlafmittel in Sicht

Modell eines Orexin-Rezeptors, der Wirkstoffe in seiner Bindungstasche trägt. (Foto: www.kolblab.org/ Philipps-Universität Marburg)
Modell eines Orexin-Rezeptors, der Wirkstoffe in seiner Bindungstasche trägt. (Foto: www.kolblab.org/ Philipps-Universität Marburg)

(dbp/auh) Marburger Wissenschaftler haben gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen herausgefunden, wie körpereigene Moleküle beeinflusst werden können, die für Schlaflosigkeit verantwortlich sind.

Das Team ermittelte die Struktur eines Rezeptors, an den der Wirkstoff Suvorexant bindet, der erst kürzlich von der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde als Medikament gegen Schlaflosigkeit zugelassen wurde.

Im Zentrum der Forschung stehen die Rezeptoren für das Hormon Orexin. Fehlt das Hormon oder dessen Rezeptor, so kann krankhafte Müdigkeit die Folge sein. Werden die Orexin-Rezeptoren hingegen zu stark stimuliert, führt das zu Schlaflosigkeit. Die Rezeptoren sind über das gesamte zentrale Nervensystem verbreitet. „Unsere Kooperationspartner haben die Kristallstruktur des Rezeptors aufgeklärt, um die molekulare Basis von dessen Funktion besser zu verstehen als bisher“, erläutert der Pharmazeutische Chemiker Dr. Peter Kolb von der Philipps-Universität.

Vor Kurzem erlangte ein Orexin-Gegenspieler in den USA eine Zulassung als Medikament gegen Schlaflosigkeit, nämlich der Wirkstoff Suvorexant, der unter der Bezeichnung Belsomra vermarktet wird. Der Wirkstoff verhindert die zu starke Stimulation der Orexin-Rezeptoren und lindert dadurch das Problem der Schlaflosigkeit. „Unsere Erkenntnisse sind geeignet, die gezielte Entwicklung von Molekülen zu erleichtern, mit denen sich die Wirkung von Orexin erzielen oder unterbinden lässt“, erklären die Autoren Dr. Peter Kolb und Dr. Juan Carlos Mobarec.