„Nein, nein, nein!“

Trotzige und wütende Kleinkinder sind für Eltern ganz schön anstrengend. Diese Trotzphase ist jedoch wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung der Kleinen. (Foto: Fotolia /Lapina Alisa)
Trotzige und wütende Kleinkinder sind für Eltern ganz schön anstrengend. Diese Trotzphase ist jedoch wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung der Kleinen. (Foto: Fotolia /Lapina Alisa)

Die Trotz- und Autonomiephase bei Kleinkindern.

(iwg/fru) Kleinkinder machen sehr viele Entwicklungsphasen durch – und zwar teilweise so schnell, dass viele Eltern da gar nicht mehr mitkommen. Etwa ab dem dritten Lebensjahr werden viele Kinder trotzig: sie schmeißen sich auf den Boden, treten um sich, schreien, schlagen und sind teilweise kaum noch ansprechbar. Und das scheinbar schon wegen Kleinigkeiten. Mit diesem Verhalten können Kinder ihre Bezugspersonen an den Rand der Verzweiflung bringen. Was man als Eltern wissen sollte: Kinder entwickeln in dieser Trotzphase oder Autonomiephase ein „Ich-Bewusstsein“ und beginnen sich von ihren Eltern zu lösen, wird auf dem Portal „Erziehrin-Ausbildung.de“ erklärt. Diese Autonomiephase kann bis weit in das vierte Lebensjahr hinein andauern.

Kinder verfolgen erstmals eigene Ziele

Im Kleinkindalter verfolgen Kinder erstmals eigene Ziele und stoßen damit öfters an ihre körperlichen Grenzen oder werden dabei mit Regeln, Verboten und Misserfolgen konfrontiert. Diese Erfahrungen frustrieren Kinder oft und machen sie wütend. Solche Emotionen sind von Kleinkindern noch nicht beherrschbar. Daher schreien sie, treten und schlagen um sich. Dieses Verhalten sollten Eltern keinesfalls persönlich nehmen. Bei einem „Nein, nein, nein!“ und einem Wutausbruch des Kindes sollten Eltern gelassen reagieren und versuchen, dem Kind aus dieser Situation des inneren Konfliktes wieder herauszuhelfen.

Als Hilfestellung insbesondere für Jungs kann beispielsweise ein Kissen dienen, an dem sie ihren Frust ablassen können. Auch Bewegung kann als Aggressionsventil dienen.  Keinesfalls sollten Eltern es tolerieren, dass Kinder sie schlagen oder nach ihnen treten. Hier müssen klare Grenzen aufgezeigt werden: verbal, indem man dem Kind vermittelt, dass das wehtut und man das nicht möchte und nonverbal, indem man z. B. sich kurz aus der Situation entfernt. Wichtig ist, dass man nach Entschärfung der Situation wieder auf das Kind zugeht und dem Kind die Möglichkeit gibt, wieder Trost und liebevolle Zuwendung zu finden. Denn Kinder sind oft auch auf sich selbst wütend und haben hinterher häufig ein schlechtes Gewissen.

Wutausbruch als Mittel der Kontaktaufnahme

Die Aussage von Paul Watzlawick „Man kann nicht nicht kommunizieren“ macht laut Deutschem Berufsverband für Logopädie (dbl) deutlich, dass der Mensch darauf angelegt ist, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Selbst wenn kein Kontakt erwünscht ist, wird das durch Körpersprache (z. B. durch umdrehen oder wegschauen) oder Mimik (ein grimmiges Gesicht machen) angezeigt.

Ein Kind kommuniziert von Geburt an und äußert seine Gefühle. „Die emotionale Entwicklung eines Kindes bezieht sich auf die Kompetenz unterschiedliche Gefühle wahrzunehmen und selbst zum Ausdruck bringen zu können“, heißt es vom dbl. Und so kann ein Wutausbruch auch „nur“ der Versuch eines Kindes sein, mit der Bezugsperson in Kontakt zu treten, weil z. B. Mama gerade mit einer Freundin spricht oder Papa gerade etwas kocht, also sozusagen ein Schrei nach Aufmerksamkeit.