Nebenwirkung Nierenschaden

Wer über längere Zeit mehrere Medikamente einnehmen muss, sollte seine Nieren regelmäßig untersuchen lassen. (Foto: Bilderbox)
Wer über längere Zeit mehrere Medikamente einnehmen muss, sollte seine Nieren regelmäßig untersuchen lassen. (Foto: Bilderbox)

Medikamente können die Entgiftungsstation Nieren stark belasten

(dbp/nas) „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“, fordert uns die Werbung auf. Denn so gut wie kein Medikament bewirkt ausschließlich das, was es bewirken soll. Viele Wirkstoffe können zum Beispiel auf den Magen schlagen und Übelkeit oder andere Probleme im Verdauungstrakt verursachen.

Nebenwirkungen sind zwar unerwünscht, aber meist haben sie zum Glück weder gravierende noch dauerhafte Folgen. Bei einigen Medikamenten ist allerdings Vorsicht geboten, was die Niere angeht. Dazu zählen vor allem bestimmte Schmerzmittel, sagt Professor Dr. Joachim Hoyer, Leiter der Klinik für Nierenheilkunde am Marburger Uniklinikum.

Vorsicht bei nicht-steroidalen Antirheumatika

Sogenannte „nicht-steroidale Antirheumatika“ – Stoffe, die schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken – können neben Hautreaktionen, Schwindel oder Magen-Darm-Geschwüren unter anderem auch Nierenfunktionsstörungen hervorrufen. Der Grund: „Sie beeinflussen die Durchblutung negativ und haben eine toxische Wirkung auf das Gewebe der Nieren“, erklärt Professor Hoyer.

Die Nieren können laut des Experten entweder in Form einer allergischen Reaktion bei Einzeldosen bereits Schaden nehmen oder durch den langjährigen Gebrauch, insbesondere von Ibuprofen-ähnlichen Schmerzmitteln. Menschen, die bereits unter einer Nierenerkrankung leiden, sollten bei Medikamenten wie Ibuprofen und Diclofenac sowie bei Präparaten, die eine Kombination von Schmerzmitteln enthalten, ganz besonders vorsichtig sein.

Kontrastmittel können schädlich sein

Bei einer gleichzeitigen Einnahme mancher Herzmedikamente (ACE-Hemmer und AT1-Blocker) kann die Schädlichkeit dieser Schmerzmittel noch verstärkt werden. Aber auch schon an sich stellen diese Substanzen eine mögliche Gefahr für die Nieren dar. Medikamente, die ebenfalls schädlich sein können, sind bestimmte Antibiotika und Immunsuppressiva (Stoffe, die die körpereigene Abwehr unterdrücken). Auch Chemotherapeutika bergen das Risiko von Nierenfunktionsstörungen als möglicher unerwünschter Nebenwirkung.

Nur wenig bekannt sei, dass auch Kontrastmittel, die bei Röntgenuntersuchungen gegeben werden, eine ungünstige Wirkung auf die Nieren haben, sagt Professor Hoyer. Wer unter einer Nierenerkrankung leidet, soll seinen Arzt unbedingt darauf hinweisen, wenn geröntgt werden soll. Einen günstigeren Einfluss hat theoretisch eine Kernspintomographie. Die ist wiederum bei einer hochgradigen Niereninsuffizienz aber komplett verboten. Ein wichtiger Tipp des Experten: Auf jeden Fall einen Röntgenpass anlegen. Darin sind nämlich auch die Verabreichungen von Kontrastmitteln notiert. Und im Zweifel gilt eben tatsächlich: Bitte den Arzt oder Apotheker fragen.