Nagelpilz ist nicht nur ein kosmetisches Problem

Raus aus den Schuhen und die Füße öfters mal „atmen“ lassen. Das beugt Pilzerkrankungen vor. (Foto: BVpix / Fotolia)
Raus aus den Schuhen und die Füße öfters mal „atmen“ lassen. Das beugt Pilzerkrankungen vor. (Foto: BVpix / Fotolia)

Unbehandelt kann Nagelpilz zu Folgeerkrankungen führen.

(dbp/fru) Wenn der Fußnagel glanzlos und stumpf wird, kann das ein Hinweis auf eine Nagelpilzinfektion (sogenannte Onychomykose) sein. Für gewöhnlich erkennen Experten die Erkrankung mit bloßem Auge. Zur Sicherheit sollte der betroffene Nagel jedoch auch labormedizinisch untersucht werden. Unter dem Mikroskop erkennt der Fachmann die entsprechenden Pilzfäden und kann durch weitere Untersuchungen auch den genauen Pilztyp bestimmen.

„Meist zerstört der Pilz zunächst den freien Rand des Nagels und schreitet dann bis zur Nagelmatrix, der Wachstumszone des Nagels voran. Im weiteren Verlauf wird die gesamte Nagelplatte krümelig und kann bis zu einem Zentimeter dick werden“, erklärt Dr. Franz Hübinger, Dermatologe aus Wuppertal, auf der Internetseite des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Diabetespatienten sind besonders gefährdet

Es gibt einige begünstigende Voraussetzungen für eine Pilzinfektion der Nägel. So haben z. B. Raucher und Bewegungsmuffel ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Menschen, die an Diabetes leiden, sind ebenfalls einem höheren Risiko ausgesetzt. Das hängt damit zusammen, dass bei Diabetespatienten die entsprechenden Regionen deutlich schlechter durchblutet sind, als bei gesunden Menschen. Zudem haben Diabetiker gleichzeitig eine verminderte Immunabwehr, sodass sie generell anfälliger für Infektionskrankheiten aller Art sind.

Das Entstehen und die Ausbreitung von Nagelmykosen können aber auch durch äußere Faktoren begünstigt werden, wie z. B. durch kleine Risse in den Fußnägeln. Vor allem bei Sportlern können solche mechanischen Verletzungen in Verbindung mit einem feuchtwarmen Klima in den Schuhen zu Nagelpilz führen.

Behandlung erfordert Geduld

Die Behandlung des Nagelpilzes verlangt von den Betroffenen Geduld. Eine effektive Beseitigung dauert zwischen drei und zwölf Monaten. Wenn der Nagel noch nicht so stark vom Pilz befallen ist, kann eine alleinige Therapie mit antimykotischem Lack oder einer hochprozentigen Harnstoffsalbe schon ausreichend sein. Die Salbe weicht den Nagel auf und erleichtert das Abtragen der betroffenen Stellen. Ist der Pilzbefall weit fortgeschritten, sollte man in jedem Fall einen Hautarzt aufsuchen, der je nach Diagnose auch pilzabtötende Medikamente verschreiben kann.

Unbehandelt kann sich der Pilz auch auf andere Nägel und die Haut ausbreiten, so z. B. auf die Leistenregion. Zudem können Beschwerden beim Gehen oder Komplikationen wie bakterielle Infektionen hinzukommen.

Schutzmaßnahmen gegen Nagelpilz

Die Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) gibt in ihrer Ratgeberbroschüre “Nagelpilz“ unter anderem folgende Tipps zum Schutz gegen Nagelpilz:

  • Täglich Füße waschen und anschließend auch zwischen den Zehen sorgfältig abtrocknen
  • Fußnägel so kurz schneiden, dass sie nicht über die Zehenspitze hinauswachsen
  • Benutzte Nagelscheren mit einem pilzabtötenden Mittel desinfizieren
  • Für erkrankte Nägel möglichst Einmalfeilen benutzen
  • Möglichst atmungsaktive Socken und Strümpfe mit hohem Baumwollanteil tragen
  • Täglich die Socken, Strümpfe und das Handtuch wechseln und die Sachen bei mindestens 60 Grad waschen
  • Bequeme Schuhe tragen und diese regelmäßig wechseln

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