Nächtliches Schwitzen ist häufig harmlos

Morgens gut drauf und ausgeschlafen! Dafür müssen vor allem Schlafgewohnheiten und Schlafumgebung stimmen. (Foto: vadymvdrobot / Fotolia)
Morgens gut drauf und ausgeschlafen! Dafür müssen vor allem Schlafgewohnheiten und Schlafumgebung stimmen. (Foto: vadymvdrobot / Fotolia)

Meistens führt schon eine Änderung der Schlafumgebung zu einer Besserung.

(dbp/fru) Schwitzen ist eigentlich gesund und wichtig zur Kühlung des Körpers, wenn übermäßige Körperwärme vorhanden ist, zum Beispiel im Zuge von sportlicher Betätigung oder zu hohen Raumtemperaturen. Aber auch emotionale Faktoren wie Stress oder zu scharfes Essen sowie Alkohol können Schwitzen auslösen und zwar auch nachts.

Es gibt aber auch Menschen, die übermäßig schwitzen und eine Fehlfunktion des Schwitzens haben. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer Hyperhidrose. Diese zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass Betroffene auch in Situationen schwitzen, in der die Körpertemperatur eigentlich gar nicht reguliert werden muss – sei es unter den Achseln, auf der Stirn, an den Händen oder Füßen. Dies kann auch mit zum Teil großen psychischen Belastungen einhergehen.

Ernsthafte Erkrankungen ausschließen

Für Hyperhidrosepatienten gibt es verschiedene Therapien. Im Extremfall gibt es sogar operative Möglichkeiten – etwa die Entfernung eines großen Teils der Schweißdrüsen. Zunächst sollten Betroffene aber erst einmal die konservativen Methoden ausprobieren. Da wäre zum Beispiel die Einnahme von Medikamenten, die der Hausarzt oder der Dermatologe verordnen kann. Je nach Wirkstoff setzen sie entweder im zentralen Nervensystem an oder aber lokal, direkt am Ort des Schwitzgeschehens.

Eine weitere Behandlungsmethode bei Hyperhidrose ist die Injektion von Botulinumtoxin (Botox), einem Nervengift, das die Nervenleitungen in der Haut blockiert und damit die Schweißbildung hemmt. Für Patienten, die an Händen oder Füßen schwitzen, steht zudem eine Stromtherapie zur Verfügung, bei der die betroffenen Körperteile in Leitungswasserbäder mit Gleichstrom getaucht werden.

Wer nachts häufige und gleichzeitig heftige Schweißattacken hat, sollte jedoch unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn solche Symptome können auch auf wirklich ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Beispielsweise kann das nächtliche übermäßige Schwitzen auch Anzeichen für eine Infektions- oder Krebserkrankung sein. Auch eine Stoffwechselerkrankung kann als Auslöser infrage kommen.

Schlafgewohnheiten ändern

Meistens ist nächtliches Schwitzen jedoch eher harmlos und höchstens unangenehm. In solchen Fällen hilft oft schon eine Änderung der Schlafgewohnheiten bzw. der Schlafumgebung. Das geht schon beim Abendessen los. Hier sollte man Speisen und Getränke meiden, die das Schwitzen anregen. Fettreiche, scharf gewürzte Mahlzeiten sowie Alkohol, Nikotin und koffeinhaltige Getränke sollten also vor dem Zubettgehen tabu sein. Zum Schlafen sollte man lockere und luftdurchlässige Kleidung wählen. Zudem sollten Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sein. Empfehlenswert sind im Schlafzimmer etwa 18 Grad und zwischen 40 und 50% Luftfeuchtigkeit.

Und nicht zuletzt spielen auch die Matratze sowie Bettdecke und Kissen eine wichtige Rolle. Hier sollte man auf atmungsaktive Stoffe zurückgreifen, die ein ausgewogenes Verhältnis von Feuchtigkeitsaufnahme und –abgabe aufweisen. Diese Maßnahmen können schon dazu führen, dass das nächtliche Schwitzen deutlich abnimmt und einem erholsamen Schlaf nichts mehr im Wege steht.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen des Deutschen Hyperhidrosezentrums (DHHZ) unter www.dhhz.de/; Onlineinformationen des Fachverbands Matratzenindustrie www.matratzenverband.de/Verbraucherportal/; (alle abgerufen im Juni 2016)

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