Nach der Therapie zurück zur Arbeit

Zurück im Job - nach einer Therapie ist das ein Grund zur Freude. (Foto: Bilderbox)
Zurück im Job - nach einer Therapie ist das ein Grund zur Freude. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Psychisch kranke Menschen sollten nach einer erfolgreichen Therapie bald wieder arbeiten gehen.

Das ist die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Durch Arbeit werde der Alltag strukturiert, das Selbstwertgefühl der Patienten gestärkt und außerdem sei die soziale und gesellschaftliche Integration gut für die psychosoziale Stabilisierung der Erkrankten.

Beim Wiedereinstieg sollte das aktuelle Leistungsvermögen des Patienten im Mittelpunkt stehen. „Es geht zunächst darum, die zumutbare Leistungsfähigkeit eines Patienten zu beurteilen“, sagt Professor Michael Linden von der DGPPN. Das bedeutet einerseits, dass man auf die qualitative Leistungsfähigkeit schauen muss, andererseits müsse auch berücksichtigt werden, in welchem zeitlichen Umfang der Betroffene seine Leistung abrufen kann. Je nachdem, wie diese Analyse ausfällt, gebe es unterschiedliche Möglichkeiten, um den Wiedereinstieg zu erleichtern: beispielsweise Kurzpraktika, eine stufenweise Wiedereingliederung mit reduzierter Stundenzahl sowie längerfristige berufliche Rehabilitationsmaßnahmen. Ob und was ein Patient leisten kann, müsse sozialmedizinisch beurteilt werden.

Es kann aber auch passieren, dass eine Rückkehr an den früheren Arbeitsplatz nicht möglich ist. Dann können die „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ einen Ausweg darstellen. Das sind Umschulungs- und Umbildungsmaßnahmen, die eine berufliche Neuorientierung ermöglichen. Dazu gehörten beispielsweise das Training sozialer Kompetenzen, ein berufliches Training, die Vermittlung von Kontakten zur Selbsthilfe und Beratungsangeboten sowie der Einbezug von Integrationsfachdiensten.