Musiker sollten ihre Ohren schützen

Musik kann das Gehör schädigen. (Foto: Benicce / Fotolia)
Musik kann das Gehör schädigen. (Foto: Benicce / Fotolia)

(dbp/auh) Hörschäden bei Berufsmusikern bedürfen einer besonderen Therapie.

Bei Angehörigen anderer Berufsgruppen, deren Hörschaden durch Industrielärm verursacht wurde, kann Musik als Therapieform positive Effekte erzielen und die Hörsensitivität erhöhen. Nicht so bei professionellen Musikern. Bei diesen Patienten überwiegen die Risiken. Das ist eine Schlussfolgerung aus einer Untersuchung, die in der Zeitschrift „Occupational & Environmental Medicine“ veröffentlicht wurde.

An der Studie war auch das Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) beteiligt. Um Hörschäden vorzubeugen, empfehlen die Wissenschaftler den Musikern, Gehörschutz zu tragen, zum Beispiel sogenannte In-Ear-Geräte. Auch verschiedene Instrumentengruppen eines Orchesters durch Schallwände zu trennen, sei eine Möglichkeit.

Berufsmusiker haben laut dieser Studie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein vierfach höheres Risiko für einen lärminduzierten Hörschaden und ein um 57 Prozent höheres Risiko für einen Tinnitus. Der Untersuchung lagen die Daten von sieben Millionen Deutschen zugrunde. „Hörschäden treten verstärkt in höheren Lebensaltern auf, doch selbst nach Berücksichtigung dieser und anderer Einflussgrößen, wie etwa Geschlecht und Populationsdichte, waren Profimusiker immer noch häufiger davon betroffen“, erklären die Autoren.