Mundgeruch ist meist einfach behandelbar

„Papa, du riechst aus dem Mund.“ Während sich Familienmitglieder und Freunde trauen, Mundgeruch anzusprechen, ist es z. B. für Arbeitskollegen meist ein heikles Thema. (Foto: Fotolia / bg-pictures)
„Papa, du riechst aus dem Mund.“ Während sich Familienmitglieder und Freunde trauen, Mundgeruch anzusprechen, ist es z. B. für Arbeitskollegen meist ein heikles Thema. (Foto: Fotolia / bg-pictures)

Schlechter Atem ist eine Belastung für die Mitmenschen und entsteht meist direkt im Mund.

(dbp/abz) Mundgeruch kann Betroffene isolieren, denn er ist für die direkten Mitmenschen eine sehr unangenehme Angelegenheit. Mit Mundgeruch ist nicht die gelegentliche Knoblauchfahne, der Geruch nach Alkoholkonsum oder der Atem von Rauchern gemeint, sondern der faulige Geruch den etwa jeder Vierte permanent durch den Mund aber auch die Nase abgibt.

Besonders prekär ist dieses Problem für die Mitmenschen, die unter dem schlechtem Atem anderer leiden, aber nicht die passenden Worte finden, dies auch mitzuteilen, weil es peinlich erscheint und so zum Tabuthema gemacht wird. Während sich Familienmitglieder trauen, einem Betroffenen offen auf den unangenehmen Geruch aufmerksam zu machen, ist es zum Beispiel für Arbeitskollegen aus genannten Gründen meist ein heikles Thema. Dabei können die Ursachen von Mundgeruch in den meisten Fällen ziemlich problemlos erkannt und auch beseitigt werden.

Mundhygiene ist Hauptursache

Die chemischen Verbindungen, die Mundgeruch auslösen sind so genannte flüchtige Schwefelverbindungen. Die Ursachen für deren Entstehung können vielfältig sein, doch in den meisten Fällen handelt es sich um Störungen im Mund- Nasen- oder Rachenraum, nicht etwa – wie oft vermutet wird – um Magenprobleme. So kommen also Erkrankungen des Nasen-Rachenraumes, wie z. B. die Sinusitis, Tonsillitis, Pharyngitis, Rhinitis, aber auch schwerere Erkrankungen, wie beispielsweise das bronchiogene Karzinom als Auslöser in Frage. Weitaus häufiger liegt es aber an bakterieller Tätigkeit in den Zahnbelägen. Somit ist unzureichende Zahnpflege die häufigste Ursache für dauerhaften Mundgeruch.

Wenn der Geruch durch Bakterien in den Zahnbelägen entsteht, haben sich anaerobe, also ohne Sauerstoff lebende Bakterien, im Rachen- und Mundbereich angesiedelt und vermehrt.  Diese Bakterien leben in Zahnfleischtaschen, in den Zahnzwischenräumen, auf der Zunge oder in anderen Ritzen und Nischen, die überall im Mund zwischen Zähnen, Füllungen, Zahnersatz und Zahnfleisch zu finden sind. Normalerweise leben in der Mundhöhle eines gesund ernährten Menschen mit gutem Zahnpflegestatus aber aerobe, also auf Sauerstoff angewiesene Bakterien.

Um den Geruch los zu werden, muss im Mund wieder der Zustand hergestellt werden, der einen Lebensraum für diese „richtigen“ Bakterien und nicht für die  anaeroben Fäulnisbakterien darstellt. Der erste Schritt dahin ist die Kontrolle der Zähne durch den Zahnarzt und eine professionelle Zahnreinigung. Danach müssen die „Baustellen“ im Mund geschlossen werden, sprich Zahnschäden saniert und Zahnfleischerkrankungen mit oft einhergehenden Zahnfleischtaschen, in denen die üblen Bakterien sich ungeniert vermehren, therapiert werden.

Systemische Erkrankungen sind selten der Auslöser

In wenigen Fällen entsteht Mundgeruch als Nebenwirkung bei der Einnahme bestimmter Medikamente. Genauso sind die Fälle selten, in denen der schlechte Atem auf eine Erkrankung des Verdauungssystems zurückzuführen ist. Weitere systemische Ursachen können schlecht eingestellter Diabetes, schweres Nierenversagen, Lebererkrankungen oder Stoffwechselstörungen sein. Die Behandlung der Grunderkrankung führt hier zur Beseitigung des Mundgeruchs. Manchmal entsteht Mundgeruch aber einfach nur durch – leicht abstellbaren – Hunger der Betroffenen oder bei Frauen aufgrund – weniger leicht abstellbaren – Phasen des Menstruationszyklus.