Moskitoschutz ist die beste Malariaprophylaxe

Fast 90 Prozent der deutschen Malaria-Patienten infizieren sich in Afrika. (Foto: samc / Fotolia)
Fast 90 Prozent der deutschen Malaria-Patienten infizieren sich in Afrika. (Foto: samc / Fotolia)

Gegen viele Medikamente zur Vorbeugung sind die Erreger bereits resistent

(dbp/auh) Malaria kommt überall in den Tropen und Subtropen vor, die Krankheit wird von Stechmücken übertragen, die hauptsächlich in der Nacht und in der Dämmerung aktiv sind. Winzige einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien, lösen die Infektionskrankheit aus. Es gibt verschiedene Formen der Malaria. Am häufigsten – und am gefährlichsten – ist die Malaria tropica. Sie wird durch das Plasmodium falciparum ausgelöst. Auf diese Spezies waren 77 Prozent der im Jahr 2011 in Deutschland gemeldeten Malaria-Fälle zurückzuführen.

Malaria tropica ist tückisch

Malaria tropica ist im Prinzip vollständig heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Inkubationszeit beträgt etwa sieben bis 14 Tage. Typische erste Anzeichen sind Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Übelkeit, Schwindel und Gliederschmerzen. Allerdings: Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Das Fieber bei der Malaria tropica hält sich meist zwischen 38 und 39 Grad, so dass der typische Wechselfiebercharakter gar nicht deutlich wird. Es gibt sogar völlig fieberfreie Malaria-Verläufe. Bei dieser Malariaform treten häufig auch Darmbeschwerden wie Durchfälle und Erbrechen oder Atemwegsbeschwerden wie trockener Husten auf, die zu verhängnisvollen Fehldiagnosen wie fieberhafte Durchfallerkrankung oder Bronchitis führen können.

Reisende sollten daher bei entsprechenden Beschwerden in oder nach Besuch eines Malariagebiets immer an diese Möglichkeit denken. Da Malaria auch noch auftreten kann, wenn der Aufenthalt in einem Risikogebiet schon viele Monate zurückliegt, sollte sie bis zu zwei Jahre lang bei jeder fieberhaften Erkrankung in Betracht gezogen und der Arzt von der Tropenreise informiert werden.

Ohne Chemie geht’s nicht

Der bestmögliche Schutz vor einer Infektion ist eine Kombination aus medikamentöser Chemoprophylaxe und der Vermeidung von Mückenstichen. Wer in ein Malariagebiet reist, für das eine Chemoprophylaxe empfohlen wird, der sollte diese Möglichkeit auf jeden Fall nutzen. Die große Mehrheit der Malariapatienten, deren Infektion in Deutschland 2011 gemeldet wurde, hat dies nicht getan. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts hatten mehr als 70 Prozent keinerlei Medikamente zur Prophylaxe verwendet.

Da aber selbst neu eingeführte Medikamente bereits nach kurzer Zeit zu Resistenzen unter den Erregern führen, kommt dem Insektenschutz eine große Bedeutung zu. Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes hat Tipps für den Kampf gegen die Moskitos: Bis auf wenige Ausnahmen stechen die Mücken, die Malaria übertragen können, nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. 90 Prozent der Malariainfektionen werden zwischen 22 Uhr und 2 Uhr übertragen. In dieser Zeit sei deshalb erhöhte Vorsicht angebracht und der Aufenthalt im Freien möglichst zu vermeiden. Mückenabwehrmittel (Repellentien) sollten alle zwei bis vier Stunden wiederholt auf alle freien Körperstellen aufgetragen werden, die Knöchel und der Nacken müssen besonders gut geschützt werden.

Moskitonetze sind auf jeden Fall empfehlenswert, auch in Schlafräumen mit Mückengittern an den Fenstern. Je kleiner die Maschendichte, desto wirksamer.

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