Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im Fokus

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen treten häufig bei Menschen im Alter bis 35 Jahren auf. (Foto: Adam Gregor / Fotolia)
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen treten häufig bei Menschen im Alter bis 35 Jahren auf. (Foto: Adam Gregor / Fotolia)

Aktionstag am 19. Mai informiert über chronisch entzündliche Darmerkrankungen

(dbp/auh) Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) löst das Immunsystem eine Entzündungsreaktion im Darm aus, die die Darmwand beschädigt und zu Durchfall und Bauchschmerzen führt. Die Patienten benötigen eine lebenslange ärztliche Betreuung, müssen ständig Medikamente nehmen und oft auch operiert werden, da die Krankheiten Gewebeschäden verursachen können.

CED können behandelt, aber nicht geheilt werden

Das Kompetenznetz CED mit Sitz an der Uniklinik Kiel hält die psychosoziale Dimension für einen wesentlichen Faktor der Krankheiten, da das chronische Leiden mit tabuisierten Beschwerden einhergeht. „Durchfälle, Schmerzen, Fisteln sind eine nicht sichtbare Belastung, die auch von vielen Ängsten begleitet sein kann. Da die Erkrankungen zurzeit noch nicht geheilt werden können, ist eine Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens und der Lebensqualität der Betroffenen eines der wichtigsten Ziele der Therapie.“

Dieses Ziel verfolgt auch die „Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung“, kurz: Gastro-Liga, mit ihrem Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2013“ am 19. Mai. Um diesen Termin herum finden bundesweit Vortragsveranstaltungen und Expertenhotlines statt. In einer Reihe von Vorträgen stellen die Mediziner der Gastro-Liga Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von CED vor. Interessenten finden auf www.gastro-liga.de eine Übersicht aller Veranstaltungen.

Entzündungen auch an Gelenken, Haut und Augen möglich

Die häufigsten CED sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei beiden Krankheiten ist die Darmschleimhaut entzündet. Auch die Symptome ähneln sich: Bauchschmerzen mit häufigen, teilweise blutigen Durchfällen, manchmal mit Erbrechen und/oder Fieber sowie bei länger anhaltenden Schüben Gewichtsverlust und Schwäche. Außerdem kann es zu Gelenkschmerzen und -entzündungen kommen, zu Entzündungen der Haut, der Augen und der Gallenwege.

Die beiden Formen von CED unterscheiden sich durch den Entzündungsort: Morbus Crohn kann im gesamten Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum After auftreten, am häufigsten sind der untere Dünndarm und der Übergang zum Dickdarm betroffen. Colitis ulcerosa dagegen ist stets auf den Dickdarm beschränkt.

Ursachen noch unklar

Über CED wird viel geforscht, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse veröffentlicht das Kompetenznetz auf seiner Webseite www.kompetenznetz-ced.de. Dennoch sind die Ursachen für die Erkrankungen noch nicht bekannt. Es häufen sich aber die Hinweise, dass Erbanlagen bei Morbus Crohn eine große Rolle spielen. Und: Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken wie Nichtraucher.

Laut Kompetenznetz CED nimmt die Zahl der Patienten kontinuierlich zu, vor allem in Nordeuropa seien immer mehr Menschen betroffen – in Deutschland derzeit ungefähr 320.000 Männer und Frauen. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa brechen den Angaben zufolge besonders häufig im Alter von 15 bis 35 Jahren aus, können aber auch erst mit einem zweiten Gipfel ab einem Alter von 60 Jahren erstmalig Beschwerden verursachen.