Mit Ultraschall Organe „abhören“

Mittels Ultraschall lässt sich nicht nur ein Fötus im Mutterleib gut untersuchen, sondern zum Beispiel auch die Schilddrüse. (Foto: Alterfalter/Fotolia)
Mittels Ultraschall lässt sich nicht nur ein Fötus im Mutterleib gut untersuchen, sondern zum Beispiel auch die Schilddrüse. (Foto: Alterfalter/Fotolia)

Die Sonografie dient nicht nur zur Schwangerenvorsorge.

Sie ist flexibel einsetzbar, relativ kostengünstig und vor allem nebenwirkungsfrei für die Patienten: Die Ultraschalluntersuchung (medizinisch: Sonografie) wird meistens mit dem Thema Schwangerenvorsorge verbunden, bietet zur Diagnostik aber noch weit mehr Möglichkeiten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) wurde Ultraschall einst als Echolot für Kriegsschiffe im Ersten Weltkrieg entwickelt. Seine medizinische Bedeutung entdeckte man erst in den 50er Jahren.

Ultraschall besteht aus Schallwellen, die oberhalb des menschlichen Hörvermögens liegen. Bei der Sonografie wird ein Schallkopf, der in regelmäßigen Abständen solche Schallwellen abgibt, mit einem Kontaktgel auf die Haut aufgesetzt oder in den Körper eingeführt – direkt oder via Endoskop. Derselbe Schallkopf misst das Echo der Wellen, das je nach Lage und Gewebeart von den Organen im Körper unterschiedlich zurückgeworfen wird. Am Bildschirm werden die Echos schließlich als verschieden helle Lichtpunkte dargestellt – so entsteht das typische zweidimensionale Schwarz-Weiß-Bild. Neuere Ultraschallgeräte zeigen inzwischen auch Farb- oder 3D-Aufnahmen.

Tumoren und Zysten entdecken

Ultraschall hat in der Diagnostik einen entscheidenden Vorteil: Nebenwirkungen sind im Gegensatz zur Röntgenstrahlung nicht bekannt, weshalb er zum Beispiel fester Bestandteil der Schwangerenvorsorge oder von gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen der Gebärmutter und der Eierstöcke ist.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Untersuchung des Bauchraums. Häufig werden Organe wie Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse und Nieren auf Zysten oder Tumoren „abgehört“. Ebenso können Veränderungen der Schilddrüse, des Herzens, Gelenkergüsse sowie verengte Blutgefäße mittels Ultraschall diagnostiziert werden – im letzteren Fall mittels Duplex- oder Dopplersonografie. Auch in der Brustkrebsfrüherkennung spielt Ultraschall (Mammasonografie) eine Rolle, wenn auch bislang eine geringere als die klassische Mammografie mit Röntgenstrahlen.

Grundsätzlich lassen sich Weichteilgewebe mit Ultraschall besonders gut abbilden, Knochen dagegen eher schlecht. Kein klares Bild ergeben laut dem Berufsverband Deutscher Internisten meist auch luftgefüllte Organe wie die Lunge und der Darm, da sie den Schall zu stark reflektieren. Ein Nachteil der Methode ist außerdem: Je höher die Frequenz, desto besser das Bild aber desto geringer ist die Eindringtiefe. Das heißt, dass tief liegende Gewebeschichten undeutlicher dargestellt werden. Zudem ist jede Untersuchung nur so gut wie der ausführende Arzt und das verwendete Ultraschallgerät.

Ultraschall mit Kontrastmitteln

Trotzdem: Auf dem Gebiet des Ultraschalls hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan und voraussichtlich wird sich auch noch einiges tun. Eine neuere Entwicklung ist zum Beispiel die Sonografie mit Unterstützung von Kontrastmitteln. Dabei handelt es sich um winzige Gas- oder Luftbläschen, sogenannte Echosignalverstärker, die sich nach einigen Minuten von selbst auflösen. Sie dienen etwa zur detaillierteren Abbildung von Tumoren.

Kontrastmittel kommen auch bei der Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter mit Ultraschall zum Einsatz (Echovist). Die Methode wird oft bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt und ist weniger aufwendig als die ansonsten nötige Bauchspiegelung. Letztere liefert jedoch genauere Ergebnisse.

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