Mit Schallwellen den Krebs aufspüren

Bei Frauen mit dichtem Brustgewebe ist ein zusätzlicher Ultraschall zur Brustkrebsfrüherkennung sinnvoll. (Foto: M. Tactic/Fotolia)
Bei Frauen mit dichtem Brustgewebe ist ein zusätzlicher Ultraschall zur Brustkrebsfrüherkennung sinnvoll. (Foto: M. Tactic/Fotolia)

IGeL-Check: Die Brustkrebsfrüherkennung mit Ultraschall (Mammasonographie)

(dbp/spo) Das jährliche Abtasten der Brust ab 30 und die zweijährliche Mammographie ab 50 Jahren sind Teil des gesetzlichen Programms zur Brustkrebsfrüherkennung. Darüber hinaus kann die Brust mittels Ultraschall auf verdächtige Knötchen untersucht werden. Diese zusätzliche individuelle Gesundheits-Leistung (IGeL) beim Frauenarzt müssen Patientinnen meist aus der eigenen Tasche bezahlen.

Was kostet’s?

Zwischen 35 und 75 Euro kostet die Untersuchung laut dem IGeL-Monitor des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen, der den Nutzen von IGeL-Leistungen bewertet. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn bereits ein Krebsverdacht oder ein unklarer Befund besteht und der Ultraschall (medizinisch: Mammasonographie) zur weiteren Abklärung sinnvoll ist.

Für wen ist es sinnvoll?

Angeboten wird der Brust-Ultraschall oft Frauen, die aufgrund ihres Alters noch nicht in die Zielgruppe für das Mammographie-Screening (50 bis 69 Jahre) fallen. Oder jenen, die ein sehr dichtes Brustgewebe haben. Für Letztere empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) jährliche Sonographien der Brust – auch, wenn sie am Mammographiescreening teilnehmen. Der Grund: Bei dichtem Brustgewebe liefere die Röntgenuntersuchung oft unklare Ergebnisse. Auch andere wissenschaftliche Fachgesellschaften bewerten den zusätzlichen Ultraschall bei diesen Frauen als sinnvoll. Außerdem träten bei diesen Patientinnen statistisch gesehen häufiger auch zwischen den Mammographieintervallen Tumoren auf (Intervallkarzinome), die ohne Ultraschall längere Zeit unentdeckt bleiben. Und wie bei jeder Krebserkrankung gilt beim Brustkrebs: Je früher die Krankheit behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Der IGeL-Monitor hat in seiner Bewertung für Frauen mit dichtem Brustgewebe zumindest „Hinweise auf einen geringen Nutzen“ gefunden. Für Frauen ohne dichtes Brustgewebe sei der Nutzen jedoch unklar.

Was ist bei der Arztwahl zu beachten?

Sowohl IGeL-Monitor als auch DEGUM sind sich einig: Die Ultraschall-Untersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung hat nur Sinn, wenn sie von qualifizierten Ärzten mit einem modernen Ultraschallgerät durchgeführt wird. „Für ein verlässliches Ergebnis sollten die Ultraschallköpfe eine Schallfrequenz von zehn bis 15 Megahertz aufweisen“, rät die DEGUM.