Mit sanften Handgriffen gegen den Schmerz

Bei der Volkskrankheit Rückenschmerzen wird die Manuelle Medizin häufig erfolgreich eingesetzt. (Foto: Fotolia / Adam Gregor)
Bei der Volkskrankheit Rückenschmerzen wird die Manuelle Medizin häufig erfolgreich eingesetzt. (Foto: Fotolia / Adam Gregor)

Bei der Manuellen Medizin ist die Erfahrung des Behandlers entscheidend.

(dbp/fru) Speziell ausgebildete Mediziner, Physiotherapeuten, Chiropraktiker oder Osteopathen setzen die Manuelle Therapie auf vielen Gebieten erfolgreich ein. Sowohl akute als auch chronische Beschwerden können mit dieser Behandlungstechnik gezielt therapiert oder zumindest positiv beeinflusst werden.

Die Methode wird beispielsweise bei Kopfschmerzen, Kiefergelenksstörungen, Rücken- und Schulterschmerzen, Arthrosen, Nacken- und Halswirbelsäulenprobleme, Knieverletzungen sowie bei Fußproblemen eingesetzt (z. B. nach Bänderriss oder Achillessehnenentzündung) – um nur einige Therapiefelder zu nennen. Hinter dem Hauptbegriff „Manuelle Therapie“ verbergen sich allerdings mehrere eigenständige Behandlungsansätze, die sich über die Jahre herauskristallisiert haben, wie auch die Manuelle Medizin (Chirotherapie).

Keine Knochenbrecher mehr

Unter der Bezeichnung „Knochensetzen“ kannte bereits der berühmte griechische Arzt  Hippokrates ähnliche Behandlungsformen. Und auch die frühen Chirotherapeuten wurden noch als „Knochenbrecher“ bezeichnet, da sie oft unter großer Kraftanwendung gearbeitet haben. Bis heute hat sich dahingehend vieles geändert. Heutzutage arbeiten Manualmediziner mit der sanften Manipulation in die sogenannte freie Richtung, das heißt Gelenke werden nur in die Richtung bewegt, die schmerzfrei ist.

Ihren Ursprung hat die moderne Manuelle Medizin in den Vereinigten Staaten, wo Ende des 19. Jahrhunderts durch Palmer und Still parallel die Schulen der Chiropraktoren und Osteopathen gegründet wurden. Über Vertreter dieser Schulen kamen die Lehren dann auch nach Europa und wurden hier von Ärzten aufgegriffen, weiterentwickelt und auch auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt.

Entlasten und mobilisieren

Bei der Manuellen Medizin kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Es werden beispielsweise sogenannte Weichteiltechniken angewandt, bei denen durch kurzes Drücken eines Muskels mit den Fingern oder z. B. Reiben einer gestörten Struktur am Muskel-Ansatz die Muskeln und Sehnen entlastet werden. Bei der Mobilisation hingegen sollen wiederholte entlastende Bewegungen und Gleitbewegungen die eingeschränkten Bewegungsräume wieder ausweiten. Blockaden an den Gelenken können durch sogenannte Manipulation behandelt werden, bei der mit geringer Kraft ein gezielter Reiz am betreffenden Nerv gesetzt wird. Dadurch wird der verspannte Muskel, der das Gelenk blockiert, wieder entspannt.

Funktionsstörungen der Muskulatur können auch mit der sogenannten Neuromuskulären Therapie (NMT) behandelt werden. Damit werden durch gezielte Anwendung von Druck und Behandlung des Gewebes die betroffenen Muskeln, Sehnen und Bänder wieder mit dem Nervensystem in Einklang gebracht. Des Weiteren kommen auch Dehnungstechniken zum Einsatz, die ebenfalls die Muskulatur entspannen sollen. Für eine erfolgreiche Behandlung sind Qualifikation und Erfahrung des Behandlers entscheidend. Ein Verzeichnis von entsprechenden Manualmedizinern kann man auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin unter www.dgmm.de finden. Die Kosten für die Behandlung müssen gesetzlich versicherte Patienten i. d. R. selbst tragen oder zumindest einen Selbstbeitrag leisten. Am besten man informiert sich bereits im Vorfeld der Behandlung bei seiner Krankenkasse über die genaue Kostenbeteiligung.