Mit Kupferklinken gegen Krankenhauskeime

Kupferklinken bekämpfen Keime im Klinikum. (Foto: obs / Asklepios Kliniken)
Kupferklinken bekämpfen Keime im Klinikum. (Foto: obs / Asklepios Kliniken)

(dbp/auh) Mit dem Einbau von Türklinken aus Kupfer will die Asklepios-Klinik in Hamburg-Harburg ihre Patienten besser vor Infektionen schützen.

Dass Kupfer eine desinfizierende Wirkung hat, wussten schon die sogenannten alten Ägypter vor rund 5.000 Jahren. Angeblich rührten sie Kupferspäne in Wundheilungs-Salben.

Nachweislich können Kupferoberflächen Bakterien, Viren und andere Keime unschädlich machen, sogar antibiotikaresistente Bakterien. Diesen Effekt nutzt die Asklepios-Klinik in Harburg nun durch den Einbau von 600 antimikrobiellen Türklinken auf der Intensivstation und in zahlreichen Intensivzimmern.

„Eine kürzlich vor Ort durchgeführte stichprobenartige Untersuchung dieser neuen Türklinken aus einer Vollguss-Kupferlegierung hat gezeigt, dass eine Reduzierung von bis zu zwei Drittel der Keime möglich ist“, teilt das Klinikum mit. Die Klinken seien Teil der Infektionsprävention, also „kein Ersatz, sondern eine effektive Ergänzung zu etablierten Hygieneaktivitäten wie der Händedesinfektion, der regelmäßigen Flächendesinfektion und der Schulung von Mitarbeitern in Hygienefragen“, erläutert Dr. Susanne Huggett, Ärztliche Leiterin des Asklepios-Labors.

In Deutschland infizieren sich jedes Jahr rund 500.000 Menschen in Kliniken. „Viele der gewöhnlich in Krankenhäusern oder Altenheimen für Oberflächen genutzten Materialien sind nachgewiesenermaßen eine bevorzugte Quelle für Kreuz-Kontaminationen, das heißt die direkte oder indirekte Übertragung von pathogenen Mikroorganismen von bereits kontaminierten auf nicht kontaminierte Gegenstände oder Personen. Ein Teufelskreis, der auch durch eine verstärkte Flächendesinfektion nicht umfassend zu durchbrechen ist“, berichtet das Asklepios-Klinikum.