Mit Inkontinenz-Behandlung unzufrieden

Wieder unbeschwert das Leben genießen! Insbesondere älteren Menschen, die von Inkontinenz betroffen sind, bleibt das ohne Behandlung jedoch verwehrt. (Foto: Fotolia / Monkey Business)
Wieder unbeschwert das Leben genießen! Insbesondere älteren Menschen, die von Inkontinenz betroffen sind, bleibt das ohne Behandlung jedoch verwehrt. (Foto: Fotolia / Monkey Business)

(dbp/fru) Von der Volkskrankheit Inkontinenz sind in Deutschland mehr als neun Millionen Menschen betroffen. Inkontinenz ist trotzdem immer noch bei vielen ein Tabuthema.

Dabei gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmethoden, welche die Beschwerden oft erheblich lindern können – in bis zu 50 Prozent der Fälle ist laut Deutscher Kontinenz Gesellschaft e.V. sogar Heilung möglich. Dennoch spricht nur jeder Dritte Deutsche offen mit seinem Arzt über seine Erkrankung.

Patienten finden sich mit Einschränkungen ab

„Viele Menschen finden sich mit den Einschränkungen, die Inkontinenz mit sich bringt, ab und gehen daher auch nicht zum Arzt“, erklärt Professor Dr. Ernst Eypasch von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Hinzu kämen schlechte Erfahrungen mit Ärzten, bei denen das Gefühl bliebe, gar nicht wahrgenommen zu werden. „Rund 60 Prozent der Patienten sind mit ihrer Behandlung unzufrieden.“

Inkontinenz betrifft übrigens nicht nur ältere Menschen, sondern auch Kinder und Erwachsene jeden Alters. Zudem nimmt Inkontinenz auch infolge aggressiverer Krebstherapien sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu. Etwa 10 Prozent der Prostatakrebspatienten leiden z. B. später dauerhaft unter Inkontinenz. „Nachdem die medizinische Versorgung im Rahmen der Krebstherapie beendet ist, steht der Patient oft alleine da“, sagt Professor Eypasch. In der Nachsorge werde das Thema dann häufig verschwiegen. Deshalb sei eine fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Urologen, Gynäkologen, Chirurgen, Neurologen, Pädiatern, Geriatern sowie Vertretern der Pflegeberufe, Physiotherapeuten, Urotherapeuten und Apothekern notwendig.

Unter www.kontinenz-gesellschaft.de finden Betroffene und Angehörige wertvolle Informationen, zertifizierte ärztliche Beratungsstellen, sowie Kontinenz- und Beckenbodenzentren in ihrer Nähe.