Mit gebündelter Energie gegen den Entzündungsherd

Behandlung der Fasciitis plantaris (Fersenschmerz) mit fokussierten Stoßwellen. (Foto: STORZ MEDICAL AG)
Behandlung der Fasciitis plantaris (Fersenschmerz) mit fokussierten Stoßwellen. (Foto: STORZ MEDICAL AG)

IGeL-Check: Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz mit und ohne Fersensporn

(dbp/auh) Chronische Schmerzen stellen Patienten und Therapeuten vor eine besondere Herausforderung. Denn in vielen Fällen ist die Ursache entweder nicht bekannt oder nicht behandelbar. Während bei akuten Schmerzen Medikamente, Wärme- oder Kältetherapie rasch Linderung verschaffen, zeigt sich der chronische Schmerz meist völlig unbeeindruckt von herkömmlichen Behandlungsformen. Da sind alternative Therapien gefragt, auch wenn sie aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen.

Noch keine Kassenleistung

Bei chronischem Fersenschmerz hat sich die Stoßwellentherapie als eine wirksame Möglichkeit etabliert, die Beschwerden zu lindern. Dennoch ist die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bei Fersenschmerz (mit oder ohne Fersensporn) zurzeit noch eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Die Kosten für die Behandlung werden also bisher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattet.

Keine Erfolgsgarantie

Da aber sogar der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes die Behandlung in seinem „Igel-Monitor“ recht gut bewertet, kann es durchaus sein, dass sich diese Situation in Zukunft ändert. Bei Kosten von etwa 300 bis 600 Euro für den kompletten Behandlungszyklus hätten dann mehr Patienten die Möglichkeit, einen Therapieversuch mit der ESWT zu starten. Das ist wichtig zu wissen: Es ist „nur“ ein Versuch, wenn auch einer ohne nennenswerte Risiken und Nebenwirkungen. Nach Angaben von Dr. Peter Berg, Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Chirotherapie in Rüsselsheim, liegt die Erfolgsrate bei etwa 70 bis 80 Prozent, genau wie bei der Stoßwellentherapie zur Behandlung von Kalkschulter oder Tennisellenbogen.

Das Problem: Nur etwa die Hälfte der Patienten mit „plantarem“, also die Fußsohle betreffenden Fersenschmerz (Fasciitis plantaris) hat auch einen Fersensporn. Auf der anderen Seite haben die meisten Menschen mit einem solchen knochigen Fortsatz an der Unterseite des Fersenbeins überhaupt keine Beschwerden. Die Schmerzen werden also nicht vom Fersensporn ausgelöst, sondern von einer Sehnenentzündung, fast immer am fersenseitigen Ansatz der Plantarsehne. Daher ist das Ziel der Behandlung die Beseitigung der Entzündung und nicht die Entfernung des Fersensporns.

So funktioniert’s: Bei der Extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) werden außerhalb des Körpers sehr kurze, hoch energetische Schallimpulse erzeugt. Der Kopf des Stoßwellengerätes wird auf den zu behandelnden, schmerzenden Körperteil gedrückt. Am Entzündungsort entlädt sich die in der Stoßwelle enthaltene Energie und löst dort eine biochemische Reaktion aus. Diese setzt in den beschallten Zellen den Heilungsprozess in Gang. Wichtig: Es gibt radiale und fokussierte Stoßwellen. Bei tief liegenden Schmerzherden, also auch bei der Sehnenentzündung, wird die fokussierte ESWT eingesetzt.

Gemäß der Leitlinien der Deutschsprachigen Internationalen Gesellschaft für Extrakorporale Stosswellentherapie (DIGEST) sollen drei (Standard) bis maximal fünf Behandlungen in einem Intervall von ein bis zwei Wochen erfolgen.

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