Mit Erkältungsmythen eiskalt aufräumen

Eine Erkältung muss man „aussitzen“. Lediglich zur Linderung der Symptome gibt es hilfreiche Mittel. (Foto: Halfpoint / Fotolia)
Eine Erkältung muss man „aussitzen“. Lediglich zur Linderung der Symptome gibt es hilfreiche Mittel. (Foto: Halfpoint / Fotolia)

Apotheker informieren über den Wahrheitsgehalt von Volksweisheiten

(dbp/auh) Eine Erkältung dauert etwa zwei Wochen, bei ärztlicher Behandlung rund 14 Tage. Das ist nur eine von zahlreichen populären Weisheiten zum Thema Erkältung. Mythos oder Wahrheit? Die Apothekerkammer Niedersachsen hat diese und weitere Volksweisheiten auf den Prüfstand gestellt. Bei manchen Aussagen finden die Experten einen wahren Kern, einige sind aber schlicht falsch.

Was ist also dran an dem Spruch, dass die Dauer einer Erkältung nicht reduziert werden kann? Grundsätzlich ist das wahr, so die Apothekerkammer. „Bis eine Erkältung komplett wieder abgeklungen ist, dauert es mit oder ohne Arzneimittel ungefähr 14 Tage.“ Medikamente können aber durchaus hilfreich sein, wenn es darum geht, die Symptome erträglicher zu machen. Nasenspray und Halstabletten verschaffen zum Beispiel eine Linderung der Beschwerden.

Von Kombipräparaten wird abgeraten

Ganz falsch hingegen sei die Vorstellung, das beste Medikament sei ein Kombipräparat. Diese Mittel versprechen, gegen alle möglichen Erkältungssymptome zu wirken: Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber und Schmerzen. Das Problem mit diesen Kombinationspräparaten: Sie belasten den Körper unnötig. Besser sei es, die Beschwerden zielgenau mit Einzelpräparaten zu bekämpfen. „Wer nur Schnupfen hat, braucht kein Kombipräparat gegen Husten und Schnupfen“, so die Apothekerkammer. Sie rät zu einer individuell abgestimmten Medikation.

Außerdem enthalten Kombipräparate in flüssiger Form bis zu 18 Prozent Alkohol, sie beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit und seien nicht für jedermann geeignet. So dürfen diese Arzneimittel nicht angewendet werden bei Asthma, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen. Kinder sollten diese Medikamente ebenso nicht einnehmen.

Heißer Tee und feuchte Tücher helfen

Übrigens: Hausmittel helfen wirklich! Sie sind laut Apothekerkammer sogar sehr effektiv. Die Empfehlung der Experten lautet, zu Beginn einer Erkältung eine Schwitzkur mit Linden- oder Holunderblütentee zu machen. „Mithilfe nasser Tücher in der Wohnung, kann man die Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Schleimhäute feucht halten.“ Malventee hilft gegen Hustenreiz, Thymiantee sorgt für einen produktiven Husten. Wer kein Fieber hat, könne ein Bad mit ätherischen Ölen nehmen, sonst sei eine Inhalation die bessere Lösung.

Husten allein ist kein eindeutiges Erkältungssymptom. Ein Reizhusten könne auch Anzeichen einer Allergie sein. Und produktiver Husten könne von einer bakteriellen Bronchitis herrühren, die einer viralen Erkältung „aufsitzt“, so die Apothekerkammer. Ganz wichtig sei, den Husten genau zu beschreiben, wenn man in der Apotheke ein Mittel dagegen kaufen möchte. Denn trockener Reizhusten wird anders behandelt als ein Husten, der viel Schleim von den Atemwegen löst.

Stimmt der Satz: „Erkältung kommt von Kälte“? Eigentlich nicht. Erkältungsviren sind im Winter nicht aktiver oder aggressiver als sonst. Anders die Viren, die die „echte“ Grippe auslösen: Die Influenza-Saison reicht etwa von November bis April. Einen Schnupfen hingegen bekommt man im Frühling oder im Herbst genauso leicht. Allerdings begünstigt die trockene Heizungsluft im Winter das Infektionsrisiko, da die Schleimhäute an Feuchtigkeit verlieren und dadurch ihre Abwehrfunktion geschwächt wird.