Mit dem Wohnwagen in den Urlaub

Ein schönes Bergpanorama oder doch lieber Meerblick? Egal, ob mit Wohnmobil oder Wohnwagen – beim Caravaning-Urlaub genießt man die große Freiheit. (Foto: Fotolia / Stefano Neri)
Ein schönes Bergpanorama oder doch lieber Meerblick? Egal, ob mit Wohnmobil oder Wohnwagen – beim Caravaning-Urlaub genießt man die große Freiheit. (Foto: Fotolia / Stefano Neri)

Zu den Vorteilen gehören Unabhängigkeit und Flexibilität.

(dbp/mhk) Der Trend geht eindeutig zum „selbstgemachten Urlaub“: „In 2015 gab es etwa 30 Millionen Übernachtungen allein auf deutschen Campingplätzen und zahlreiche Neuzulassungen von Wohnmobilen“, bestätigt Martin Zöllner, Leiter Touristische Services Camping des ADAC e. V.

Die Vorteile der Ferien mit Wohnmobil oder Wohnwagen: Man reist unabhängig, in familiärer Atmosphäre, authentisch, umweltschonend und selbstbestimmt. „Von einem solchen ‚Abenteuer in Hausschuhen‘ im Sinne von Sightbeing statt Sightseeing“, weiß Zöllner aus eigener Erfahrung, „zehrt der Urlauber meist viel länger und nachhaltiger als bei Pauschalreisen“.

Genügend Zeit einplanen

Campingurlaub ist für jeden geeignet, auch für Menschen mit körperlichen Gebrechen.  „Mittlerweile gibt es zahlreiche barrierefreie Campingplätze“, so der Experte. Damit der Urlaub Freude und Erholung und keine unliebsamen Überraschungen bringt, sei es unabdingbar, neben dem reisetauglichen Gefährt in vernünftiges Equipment zu investieren.  Das Reiseziel sollte stets sorgfältig ausgewählt sowie Klima, Infektionsrisiken und hygienische Bedingungen bedacht werden.

Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ empfiehlt Zöllner für die An-/Rückreise ins Urlaubsziel: „Planen sie genügend Zeit und gepflegte Zwischenübernachtungen ein. Bleiben Sie über Nacht nicht auf unbewachten Park- oder Rastplätzen. Beachten Sie bei der Routenplanung mögliche Stoßzeiten rund um Großstädte.“ Der ADAC rät zudem:  Beginnen Sie die Fahrt stets ausgeschlafen und satt, nicht jedoch mit zu vollem Magen. Unterwegs lieber öfter kleine Mahlzeiten mit leichter Kost genießen. Etwa zwei Liter am Tag trinken, am besten ungesüßte Säfte oder Wasser. Auch die Bekleidung sollte bequem, leicht und luftig sein. Die Klimaanlage nicht zu kühl (etwa 23 Grad) einstellen. Nie bis zur Erschöpfung am Steuer sitzen, Fahrerwechsel einplanen. „Gerade für Menschen mit Rückenbeschwerden sind Pausen mit Bewegung wichtig“, so Zöllner. Auch mitreisende Kinder müssen sich zwischendurch mal austoben.

Reiseapotheke und impfen nicht vergessen

Für das Aufstellen des Wohnmobils vor Ort rät der Campingexperte: „Achten Sie auf die bestmögliche Ausrichtung zur Sonne und Beschattung. Möglichen Baumbestand und andere Gegebenheiten kann man vorab erkunden. Oder fragen Sie den Platzbetreiber. Für einen gesunden Schlaf ohne „Schieflage“ ist das Ausrichten des Fahrzeuges mit der Wasserwaage wichtig.“

Im Gepäck sollte neben Ausweis, Krankenversicherungsnachweis und Impfpass vor allem eine klug gepackte Reiseapotheke inklusive Insektenschutz und Mittel gegen Reiseübelkeit oder Durchfall nicht fehlen. Ansonsten hängt der Inhalt von Reiseziel und eigenen Bedürfnissen ab. Grundsätzlich gilt: Je abgelegener das Ziel, desto besser sollte man sich wappnen. In vielen Fällen bietet der richtige Impfschutz, unter anderem gegen Masern, Tetanus, Diphtherie und Polio, die beste Versicherung gegen mögliche Infektionen.

Selbst in heimischen Gefilden können Impfungen, angebracht sein. In den Wäldern Süddeutschlands sowie in Österreich, der Schweiz, Skandinavien und Osteuropa etwa besteht die Gefahr, sich durch einen Zeckenbiss mit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zu infizieren. Wild lebende Tiere können immer noch in ganz Europa die Tollwut übertragen. Bei einer Reise ans Mittelmeer oder nach Osteuropa empfiehlt sich auch eine Impfung gegen Hepatitis A.