Mit Akupunktur gegen Augenerkrankungen

Auf dem Handrücken befinden sich zwei wichtige Punkte der Augenakupunktur. (Foto: Fotolia / yunava1)
Auf dem Handrücken befinden sich zwei wichtige Punkte der Augenakupunktur. (Foto: Fotolia / yunava1)

Die Augenakupunktur kann auch bei Makuladegeneration zum Einsatz kommen.

(dbp/fru) Die Akupunktur als Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kann vielfältig eingesetzt werden. Sie soll unter anderem bei bestimmten Schmerzen, Asthma, Heuschnupfen und auch Schlafstörungen helfen. Ein weiteres Teilgebiet ist die Augenakupunktur, mit deren Hilfe diverse Augenerkrankungen begleitend zur Schulmedizin therapiert oder gelindert werden sollen.

Hierzulande ist die Augenakupunktur nach Boel (Boel-Akupunktur) bekannt. Sie wurde vom dänischen Akupunkteur John Boel entwickelt und bedient sich verschiedener Akupunktursysteme. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts kam die Methode auch nach Deutschland und wird seitdem von verschiedenen Augenärzten und Heilpraktikern angeboten.

Augenakupunktur geht nicht ins Auge

Boels Methode kombiniert mehrere Akupunktursysteme. Aber keine Angst: Bei der Behandlung werden die Akupunkturnadeln definitiv nicht in die Augäpfel gestochen, sondern nur in Augennähe oder an entfernteren Punkten wie Händen, Knien und Füßen platziert. Die Augenakupunktur ist eine schonende Methode mit keinerlei gravierenden Nebenwirkungen und kann somit eine sinnvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Augenbehandlung darstellen.

Bei Augenerkrankungen sollten die Diagnose und der Verlauf der Erkrankung immer durch einen Augenarzt begleitet werden. Man sollte auch beachten, dass die Augenakupunktur nicht für alle Augenleiden als Behandlungsform geeignet ist. Kurzsichtigkeit bei Erwachsenen kann die Augenakupunktur beispielsweise nicht therapieren. Konkrete Anwendungsgebiete können jedoch erfahrungsgemäß Altersfehlsichtigkeit, trockene Augen, Makuladegeneration, Retinitis pigmentosa, grüner und grauer Star im Anfangsstadium oder Augenentzündungen sein.

Auch ein Stillstand ist erstrebenswert

Patienten mit einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) könnten von der Augenakupunktur nach Boel profitieren. Das Verfahren kann sowohl bei der trockenen als auch bei der feuchten Form der Makuladegeneration angewandt werden. Die AMD ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Erblindungsursache. Etwa vier Millionen Menschen sind hierzulande betroffen. Somit ist allein schon eine Linderung der Beschwerden, oder wenn das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden kann, ein Erfolg.

Bei der Augenakupunktur-Behandlung nach Boel werden die Nadeln in bestimmte Akupunkturpunkte gestochen, die sich über den Augen, an Händen, über den Knien oder unter den Füßen befinden können. Das soll sich positiv auf den Stoffwechsel und die Selbstheilung von Gefäßen auswirken. Am Anfang der Behandlung werden täglich zwei Akupunktursitzungen im Abstand von mindestens einer Stunde durchgeführt. Dieser erste Akupunkturblock besteht aus insgesamt etwa 10 Sitzungen, die jeweils etwa 30 Minuten dauern. Um die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen muss regelmäßig nachakupunktiert werden. Oftmals wird die Methode auch mit weiteren naturheilkundlichen Verfahren, wie zum Beispiel Homöopathie, Eigenblutbehandlung, Mineralstoffgaben oder Bioresonanztherapie kombiniert.