Milch macht manchmal Magenkneifen

Kuhmilch sorgt bei einer Milchzuckerunverträglichkeit für Beschwerden in Magen und Darm. Sojaprodukte sind eine Alternative. (Foto: S. Kobyakov/Fotolia)
Kuhmilch sorgt bei einer Milchzuckerunverträglichkeit für Beschwerden in Magen und Darm. Sojaprodukte sind eine Alternative. (Foto: S. Kobyakov/Fotolia)

Menschen mit Laktoseintoleranz müssen ihre Ernährung umstellen.

Etwa jeden siebten Bundesbürger plagen Beschwerden wie Rumoren im Bauch, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Schwindelgefühle oder unreine Haut, häufiges Luftaufstoßen oder Koliken – und zwar besonders nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten. Das sind typische Anzeichen einer Milchzuckerunverträglichkeit.

Bei dieser sogenannten Laktoseintoleranz wird Milchzucker (Laktose) kaum oder nur in kleiner Menge verdaut. Nach Angaben der Staatlichen Beratungsstelle für Ernährung und  Hauswirtschaft im bayerischen Hofheim entwickeln stattliche 75 bis 80 Prozent der Weltbevölkerung im Laufe ihres Lebens eine solche Unverträglichkeit.

Blähungen wegen unverdauter Laktose

Grund dafür ist ein Mangel des Milchzucker spaltenden Enzyms Laktase, das bei Gesunden in der Dünndarmschleimhaut gebildet wird. Liegt eine Laktoseintoleranz vor, wird es weniger oder gar nicht produziert. Auch seine Aktivität und der Wirkmechanismus können verlangsamt sein. Laktase wird im Dünndarm gebraucht, um Milchzucker in seine Bestandteile zu zerlegen und zu verdauen. Passiert das nicht, wandert die unzerlegte Laktose in den Dickdarm und verursacht Blähungen oder Verdauungsstörungen.

Es gibt zwei Formen des Laktasemangels. Bei der primären Form nimmt die Laktase-Aktivität aus weitgehend unbekannten Gründen mit steigendem Alter kontinuierlich ab. Beim  sekundären Mangel entsteht der Enzymdefekt als Begleiterkrankung, zum Beispiel bei Morbus Crohn oder einer Glutenunverträglichkeit.

Milchzucker im Essen meiden

Mithilfe verschiedener Untersuchungen – wie dem H2-Atemtest, einem Laktose-Belastungstest, der Eliminationsdiät oder einer Dünndarmbiopsie – kann eine  Milchzuckerunverträglichkeit festgestellt werden. Steht die Diagnose, bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als ihre Ernährung umzustellen und Laktose weitgehend zu meiden. Damit werden in puncto Beschwerden gute Erfolge erzielt.

Kuhmilch, besonders im kalten Zustand, ist das Lebensmittel, welches die meisten Beschwerden hervorruft. Gesunde Alternativen sind hier laktosefreie Milch, Sojamilch und  Sojaprodukte. Laktosefreie Milch enthält weniger als 0,1 Gramm Laktose in 100 Millilitern. Sojamilch wiederum hat den Vorteil, dass sie rein pflanzlich ist – deshalb auch cholesterinfrei – und zudem lebenswichtige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren liefert. Bei Sojaprodukten sind Produkte mit Kalziumzusatz die beste Wahl.

„Gute“ und „schlechte“ Lebensmittel

Andere Lebensmittel haben einen unterschiedlich hohen Laktoseanteil. Erfahrungsgemäß werden beispielsweise Sauermilchprodukte, Käse und Butter meist besser vertragen, als Milch, Eis und Co. Hilfreich für jene, die sich auf eine neue Ernährungssituation einstellen müssen, ist folgende Liste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Milchzuckerreich sindMilch, Molke, Sahne, Milcheis, Kondensmilch/Milchpulver, viele Fertigprodukte, Fertigsoßen und -suppen, Kuchen, Torten, Gebäck und Desserts.
  • Milchzuckerarm sindJoghurt, Dickmilch/Kefir, Buttermilch, Quark, Käse, Butter.
  • Milchzuckerfrei sindfrisches und tiefgekühltes Obst und Gemüse, Getreide, Soja, Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Zucker, Fruchtzucker, Konfitüre, Honig.

Die Autorin dieses Artikels, Kirsten Metternich, ist staatlich geprüfte Diätassistentin.

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