Migräne-Patienten brauchen feste Regeln im Alltag

Migränepatienten brauchen individuelle Strategien, um die Schmerzattacken zu reduzieren. (Foto: Bilderbox)
Migränepatienten brauchen individuelle Strategien, um die Schmerzattacken zu reduzieren. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Wer unter Migräne leidet, sollte in allen Bereichen seines Lebens auf Gleichmäßigkeit achten.

Das empfiehlt der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld.

Konkret bedeutet das: geregelte Mahlzeiten zu sich nehmen, zu immer den gleichen Zeiten ins Bett gehen, Ausdauersport betreiben, sich aber nicht überanstrengen. „Empfehlenswert ist außerdem, wenig bis gar keinen Alkohol zu trinken“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des BVDN. Was eine Migräne-Attacke auslöst, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Eine Rolle spielen können zum einen äußere Umstände wie bestimmte Lebens- und Genussmittel, Nahrungsmittelzusätze oder auch Wetterlagen, zum anderen innere Faktoren wie Schwankungen des Hormonhaushaltes, des Blutzuckerspiegels und emotionale Anspannung. „Auslösende Reize zu kennen und soweit möglich zu vermeiden, ist ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von Migräne“, erklärt Bergmann und empfiehlt Betroffenen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen.

Manche Patienten haben Schwierigkeiten, ihre psychischen Einflussfaktoren zu erkennen oder ihnen gegenzusteuern. Dann könne eine Verhaltenstherapie hilfreich sein. „Im Rahmen eines Stressbewältigungstrainings können Betroffene lernen, ihre individuellen Stressfaktoren im Alltag und Beruf zu identifizieren“, erklärt der Arzt. Zudem bekämen sie Strategien an die Hand, diesen aktiv zu begegnen und einen besseren Umgang damit zu erlernen. Zur Vorbeugung von Migräne haben sich eine Reihe von Entspannungstechniken wie autogenes Training, Biofeedback oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson bewährt. Allen ist gemein, dass die Patienten durch sie lernen, aufmerksamer gegenüber sich selbst zu werden und Anspannung gezielt zu begegnen.

Ein weiterer Weg, dem Kopfschmerz zu begegnen, ist die medikamentöse Prophylaxe. Dieses kommt zum Einsatz, wenn mehr als zwei Anfälle im Monat auftreten oder die Attacken länger als 72 Stunden dauern und durch alternative Verfahren nicht abgewendet werden können.