Methoden der Audiometrie

Beim Tonaudiogramm werden Töne in unterschiedlichen Frequenzen erzeugt und dem Patienten über Kopfhörer oder Lautsprecher vermittelt. (Foto: Fotolia / Kzenon)
Beim Tonaudiogramm werden Töne in unterschiedlichen Frequenzen erzeugt und dem Patienten über Kopfhörer oder Lautsprecher vermittelt. (Foto: Fotolia / Kzenon)

Eine Höranalyse kann Hörschwächen aufdecken.

(dbp/fru) Die Funktion des Gehörs kann durch verschiedene Störungen eingeschränkt sein. Bei der Diagnostik dieser Funktionsstörungen bedient man sich in der Medizin und der Hörakustik unterschiedlicher Hörprüfungen. Diese Verfahren, bei denen Eigenschaften und Parameter des Gehörs vermessen werden, sind im weiteren Sinne unter dem Begriff Audiometrie zusammengefasst. Die Audiometrie versteht sich als ein Teilgebiet der Audiologie, welche zur Hals-Nasen-Ohrenheilkunde gehört.

Subjektive und objektive Verfahren

Man unterscheidet subjektive und objektive audiometrische Verfahren. Bei den subjektiven Verfahren ist der Untersucher auf die Rückmeldung der Person, deren Gehör untersucht werden soll, angewiesen, bei objektiven Verfahren nicht. Zu den subjektiven Verfahren gehört beispielsweise eine Stimmgabelprüfung. „Mit Hilfe der Stimmgabelprüfung kann zwischen einer Schwerhörigkeit auf Grund einer Störung in der Schallempfindung oder in Folge einer gestörten Schallleitung unterschieden werden“, teilen die „HNO-Ärzte im Netz“ mit.

Zu den subjektiven Verfahren gehören auch das Tonaudiogramm und die Sprachaudiometrie. Bei ersterem werden Töne in unterschiedlichen Frequenzen erzeugt und dem Patienten über Kopfhörer oder Lautsprecher vermittelt. Dann kann er mitteilen, wann er den Ton gerade noch wahrnehmen kann, was seine Hörschwelle definiert. „Bei der Sprachaudiometrie werden dem Patienten mehrsilbige Zahlen und einsilbige Wörter vorgespielt, die er wiederholen muss“, erklären die „HNO-Ärzte im Netz“. Die Lautstärke wird in mehreren Durchgängen stufenweise erhöht. So lasse sich feststellen, wie viel der Proband in den verschiedenen Lautstärken hören kann. Wenn eine Schallleitungsschwerhörigkeit vorliegt, ist die akustische Information abgeschwächt. Bei einer Schallempfindungsstörung kommt die akustische Information beim Betroffenen falsch bzw. unvollständig an.

Kindliche Hörstörungen frühzeitig erkennen

Zu den objektiven audiometrischen Verfahren gehören beispielsweise Messungen von otoakustischen Emissionen (OAE). Solche Screenings werden für alle Neugeborenen angeboten. Damit können bereits kurz nach der Geburt angeborene Hörstörungen erkannt und – nach der erforderlichen weiteren Abklärung – frühzeitig behandelt werden, sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Denn Schätzungen zufolge kommen in Deutschland von 1 000 Neugeborenen etwa 1,2 Babys mit einer Hörstörung zur Welt. „Dabei handelt es sich überwiegend um eine genetisch bedingte Schwerhörigkeit. Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft, beispielsweise Röteln, Zytomegalie (CMV), Toxoplasmose oder Komplikationen bei der Geburt können ebenfalls Ursache frühkindlicher Hörstörungen sein“, erklärt die BZgA.

Bei der Ableitung von otoakustischen Emissionen wird getestet, ob das Innenohr auf Schallreize reagiert. Ein gesundes Ohr registriert diesen Schallreiz und sendet als Antwort einen zweiten Ton zurück. So kann ohne Mithilfe der Säuglinge überprüft werden, ob Mittelohr und Hörschnecke funktionieren. Der Hörnerv kann damit nicht getestet werden. Auf jeden Fall kann bei rechtzeitiger Behandlung mit einem entsprechenden Hörgerät vielen Menschen geholfen werden.