Meist rosa, manchmal grün, blau oder gelb

Meist rosa, manchmal grün, blau oder gelb

Nachgeforscht: Was bedeuten die verschiedenen Farben der Arzneimittelrezepte?

(dbp/auh) Nicht alle Rezepte, die gesetzlich versicherte Patienten von ihrem Arzt bekommen, sehen gleich aus. Die verschiedenen Farben signalisieren den jeweiligen Verwendungszweck und die Abrechnungsart. Außerdem unterscheiden sich die Rezeptarten hinsichtlich ihrer Gültigkeitsdauer.

Rosa ist die Regel

Wenn der Arzt ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel verordnet, das die gesetzliche Krankenkasse zahlt, nimmt er dafür ein rosafarbenes Rezept. Das im Verwaltungsdeutsch „Arzneiverordnungsblatt“ genannte Formular heißt „Muster 16“, hat eine vorgedruckte Schrift in roter Farbe und das Format DIN A6 quer.

Das rosa Rezept ist ab dem Ausstellungsdatum vier Wochen lang gültig. Danach könnte der Patient es zwar noch zwei Monate lang in der Apotheke „einlösen“, allerdings müsste er dann die verordneten Arzneimittel komplett aus der eigenen Tasche bezahlen.

Pro Kassenrezept darf der Arzt maximal drei Medikamente verordnen. Die gesetzliche Zuzahlung beträgt mindestens fünf bis höchstens zehn Euro pro Arzneimittel. Christian Splett, Pressereferent bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) legt Wert auf die Feststellung, dass die Apotheke dieses Geld komplett an die jeweilige Kasse des Versicherten weiterleitet. „Übrigens ist es bei drei verordneten Arzneimitteln ebenso gut möglich, dass überhaupt keine Zuzahlung geleistet werden muss, wenn nämlich der Versicherte zuzahlungsbefreit ist oder alle verordneten Arzneimittel jeweils zuzahlungsfrei sind“, sagt Splett. Minderjährige Versicherte sind automatisch von der Zuzahlungspflicht befreit.

Blau heißt privat

Für Privatrezepte ist zwar kein bestimmtes Formular vorgeschrieben, allerdings setzen sich nach Angaben der ABDA immer mehr bestimmte hellblaue Formulare durch, die in ihrem Aufbau den Kassenrezepten nachempfunden sind. Auch gesetzlich Versicherte erhalten ein blaues Rezept, wenn das verschreibungspflichtige Präparat nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört, wie zum Beispiel die „Pille“ zur Empfängnisverhütung. Die Kosten trägt der Versicherte selbst. Die Gültigkeit beträgt drei Monate.

Gelb für Betäubungsmittel

Für sehr starke Schmerzmittel, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, gibt es das gelbe Betäubungsmittelrezept. Es besteht aus drei Teilen, einem Original und zwei Durchschlägen, und unterliegt strengen Reglementierungen. Es kann nur in Apotheken eingelöst werden, die bei der Bundesopiumstelle registriert sind. Ab dem Ausstellungsdatum ist es sieben Tage gültig.

Grün ist eine Empfehlung

Arzneimittel, die weder verschreibungspflichtig noch erstattungsfähig sind, schreibt der Arzt auf ein grünes Rezept, das unbegrenzt gültig ist. Der Patient muss die Medikamente komplett selbst bezahlen. Allerdings kann er die Kosten bei der Einkommensteuerklärung als sogenannte „außergewöhnliche Belastungen“ geltend machen, wenn er sich das grüne Rezept in der Apotheke als Quittung bedrucken lässt.

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