Mehr Muskeln – weniger Krankheiten

Langhanteltraining ist keine Domäne des Mannes. (Foto: Kzenon / Fotolia)
Langhanteltraining ist keine Domäne des Mannes. (Foto: Kzenon / Fotolia)

Ein gesundheitsorientiertes Krafttraining zahlt sich auch für Frauen aus

(dbp/auh) Muskeln sind ein wahrer Gesundbrunnen – auch für Frauen. Regelmäßiges, intensives Muskeltraining kann viele Beschwerden lindern oder sogar verhindern. Und ganz nebenbei sieht ein trainierter Körper mit einem geringeren Fettanteil einfach besser aus und steigert das Wohlbefinden.

Ein Grund, warum viele Frauen sich scheuen, Krafttraining zu betreiben: Sie befürchten, einen männlich wirkenden Körper zu bekommen. Diese Angst ist völlig unbegründet. Um auszusehen wie professionelle Bodybuilderinnen, die kaum noch weibliche Formen haben, müssen Frauen ein extremes Trainings- und Ernährungsprogramm absolvieren. Ein gesundheitsorientiertes Muskelaufbautraining hingegen sieht anders aus. Zwar bewirkt Krafttraining auch bei Frauen eine Steigerung der körpereigenen Testosteronausschüttung. Diese erreicht jedoch nie das Niveau wie beim Mann.

Mehr Muskeln – weniger Fett

Männer haben „von Natur aus“ einen höheren Testosteronspiegel und einen höheren Muskelanteil. Muskeln sind regelrechte Verbrennungsöfen. Selbst in Ruhe verbrauchen sie Energie. Frauen, die Gewicht reduzieren möchten, sollten damit beginnen, Muskelmasse aufzubauen. Mit professioneller Unterstützung durch einen Trainer, zum Beispiel im Fitnessstudio, wird der Erfolg wesentlich rascher kommen als durch Joggen und Kalorien zählen. Bei kalorienreduzierten Diäten wird stets zuerst Muskelmasse abgebaut, kein Fett. Das ist nicht nur ungesund, sondern bringt auch optisch oft nicht den gewünschten Effekt.

Mehr Muskeln – weniger Risiken nach der Menopause

Muskeln helfen also beim Abnehmen. Aber warum sind sie so wichtig für die Frauengesundheit? Sie können die folgenschweren Veränderungen abmildern, die mit der Menopause einhergehen. Selbst bei Frauen, die ohne Beschwerden durch die Wechseljahre gehen, erhöht sich danach das Risiko für zahlreiche Erkrankungen, zum Beispiel Herz- und Gefäßkrankheiten, Typ-2-Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Osteoporose und Lebererkrankungen. Intensives, zielgerichtetes Krafttraining ist vorbeugend und teilweise sogar therapeutisch die beste Medizin gegen diese „Alterserscheinungen“.

Das ist übrigens keine neue Erkenntnis. Der Sportwissenschaftler Klaus Zimmermann schrieb bereits im Jahr 2000: „Es gibt kein Medikament und keine andere Maßnahme, die einen dem Muskeltraining vergleichbaren gesundheitlichen Nutzen besitzt.“ Zimmermann bezeichnete die Muskulatur als das größte und wichtigste Stoffwechselorgan neben der Leber. Die gesundheits- und leistungsfördernden Effekte des Muskeltrainings gehen daher seiner Meinung nach weit über die Muskulatur hinaus und erfassen mehr oder weniger den gesamten Organismus. Ausdauertraining allein reiche nicht aus, da es das Ganzkörper-Muskelwachstum kaum anrege.

Diese Annahme wurde mittlerweile mit mehreren Studien belegt. Insbesondere für Osteoporose gilt: Nur intensives Kraft- und Sprungtraining verhindert den Knochenschwund. Das ist eines der Ergebnisse der Erlanger Fitness und Präventions-Studie, die im Jahr 1998 begann und wegen der sehr positiven Zwischenergebnisse bis auf Weiteres fortgeführt wird. Walken, Radfahren und Schwimmen sind gut für Herz und Kreislauf, aber auf die Knochendichte haben Ausdauersportarten keinen messbaren Einfluss.