Mehr als nur Zahnspangen einsetzen

Zahnkorrekturen können mittels Zahnspangen auch noch im Erwachsenenalter erfolgen. (Foto: Fotolia / inesbazdar)
Zahnkorrekturen können mittels Zahnspangen auch noch im Erwachsenenalter erfolgen. (Foto: Fotolia / inesbazdar)

Was macht eigentlich ein Kieferorthopäde?

(dbp/fru) Na klar, Kinder und Jugendliche mit Zahnfehlstellungen gehen zum Kieferorthopäden, um dort das Problem wieder beheben zu lassen. Meistens wird das anhand von Zahnspangen gelöst. Das Bewegen von Zähnen nennt man in der Fachsprache übrigens Orthodontie. Hier kann man auf herausnehmbare aber auch auf festsitzende Apparaturen zurückgreifen, wobei festsitzende Lösungen wie Minibrackets, Keramikbrackets, Lingualbrackets, etc. in der Regel vorteilhafter sind, da die Maßnahmen beim Patienten keine ständige Mitarbeit erfordern – außer natürlich die gründliche Reinigung. Solche Zahnkorrekturen können auch noch im Erwachsenenalter nach Abschluss des Wachstums erfolgen.

Aber das ist natürlich nicht alles. Der Kieferorthopäde kann deutlich mehr. Allgemein lässt sich sagen, dass ein Kieferorthopäde für die Erkennung, Vorbeugung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen zuständig ist. Diese abstrakte Beschreibung schauen wir uns im Folgenden etwas genauer an und nennen einzelne Behandlungsmaßnahmen beim Namen.

Beeinflussung kompletter Kiefer

Laut der Initiative Prodente spielen drei Aspekte eine tragende Rolle, wenn das Gebiss optimal funktionieren soll: „Die Zähne müssen miteinander harmonieren, ebenso die Stellung der Kiefer zueinander, und die Muskulatur muss gleichmäßig belastet sein.“ Liegt bei einem dieser Faktoren eine Störung vor, kann das  nicht nur zu vorzeitigen Zahnverlusten führen, sondern auch zu Sprachstörungen und weiteren körperlichen Beeinträchtigungen wie Nacken- und Rückenschmerzen.

Wenn bei einem Patienten die Kiefer in einem falschen Verhältnis zueinander stehen und sich beispielsweise die oberen Zähne zu weit von den unteren befinden (medizinisch Prognathie), kommt die Funktionskieferorthopädie (FKO) zum Einsatz. Hier kann durch bestimmte Apparaturen der Patient darauf trainiert werden, seinen zurückliegenden Unterkiefer nach vorn zu schieben. Das führt nach einer gewissen Zeit zu einem natürlichen Unterkieferwachstum.

Wachstumsbeeinflussende Wirkungen können im Rahmen der Kieferorthopädie auch durch die Dentofaziale Orthopädie erzielt werden. Hier werden auf den Ober- oder Unterkiefer deutlich größere Kräfte ausgeübt, indem z. B. eine sogenannte Kopf-Kinn-Kappe zum Einsatz kommt und das Unterkieferwachstum abbremst oder anhand von speziellen Gesichtsmasken das Oberkieferwachstum gehemmt wird.

Auch chirurgische Maßnahmen möglich

Ausgeprägte Kieferfehlstellungen die nicht durch rein kieferorthopädische Maßnahmen korrigiert werden können, müssen in Kombination mit einer kieferchirurgischen Behandlung therapiert werden. Solche Fälle werden in der Regel fachübergreifend mit einem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen behandelt.

Häufig gliedert sich eine solche Therapie in drei Phasen. Zunächst findet eine kieferorthopädische Vorbehandlung statt, bei der sogenannte Kompensationsfehler des Skeletts mit einer festsitzenden Apparatur behandelt werden. Anschließend wird der chirurgische Eingriff durchgeführt, bei dem die Kieferverlagerung in die optimale Position erfolgt. Und schließlich beendet der Kieferorthopäde die Arbeit, indem er alle Zahnkontakte zwischen Ober und Unterkiefer prüft und ggf. Feineinstellungen vornimmt.

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