Medizinische Sprachheilkunde

Logopädische Übungen mit dem Strohhalm verbessern die Mundmotorik. (Foto: Dan Race / Fotolia)
Logopädische Übungen mit dem Strohhalm verbessern die Mundmotorik. (Foto: Dan Race / Fotolia)

Logopäden helfen bei Sprach-, Stimm- und Schluckstörungen.

(dbp/auh/fru) Logopäden arbeiten hauptsächlich in Kliniken, Rehazentren, Heimen und Logopädie-Praxen. In Zusammenarbeit mit Ärzten entwickeln sie therapeutische Konzepte für Patienten jeden Alters, deren Sprach, Sprech- oder Schluckfähigkeit beeinträchtigt ist. Ursachen für die Störungen können Entwicklungsstörungen sein, Unfälle, Hörschwächen, Operationen oder Schlaganfälle. Zu den logopädischen Behandlungen gehören unter anderem Artikulations- und Sprachverständnistraining aber auch Atem- und Entspannungsübungen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre

Für die Ausbildung wird ein mittlerer Schulabschluss vorausgesetzt (Realschulabschluss). Auch wer über den Hauptschulabschluss verfügt und zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufsausbildung absolviert hat, kann zur Ausbildung zugelassen werden. Das Begleiten von Menschen mit Atem- und Stimmproblemen bei teils langwierigen therapeutischen Maßnahmen erfordert Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit. Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt sind ebenso unabdingbar. Auch Einfühlungsvermögen ist wichtig, um auf Patienten und deren mögliche Ängste vor und während der Behandlung einzugehen.

Aber auch das Interesse an Anatomie und Sprache sollte vorhanden sein: Logopäden müssen die Funktionsweise der Sprech- und Atemorgane gut kennen. Um den Patienten Übungen exakt erklären zu können, sollte man sich sprachlich gut ausdrücken können. Darüber hinaus sind Kenntnisse der Phonetik förderlich. „Die Ausbildung zur LogopädIn wird bundesgesetzlich über das Gesetz über den Beruf des Logopäden (LogopG) und Ausbildungs- und Prüfungsordnung (LogAPrO) geregelt. Sie erfolgte bis zur Einführung der Modellklausel (2009) allein an staatlich anerkannten Schulen. Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung wird gemäß § 1 LogopG die Berechtigung erworben, die Berufsbezeichnung „Logopäde“ zu führen“, erklärt der Deutsche Berufsverband für Logopädie (dbl). Die Ausbildung dauert drei Jahre. Logopädie ist übrigens als Heilmittel anerkannt und wird somit von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Für die Ausbildung zur LogopädIn wird hingegen keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Schulen unter staatlicher Trägerschaft sind häufig kostenfrei, zum Teil müssen monatlich anteilige Kostenbeiträge gezahlt werden Schulen privater Träger erheben sogar ein monatliches Schulgeld. Zusätzlich anfallende Kosten für die Ausbildung können Anmelde- und Prüfungsgebühren sowie Lernmittelkosten (z. B. Fachliteratur und Arbeitsmaterialien) sein.

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Quellenangaben:
Online-Informationen des Deutschen Berufsverbandes für Logopädie unter https://www.dbl-ev.de/bildung-und-wissenschaftsfoerderung/ausbildung-und-studium/ausbildung/uebersicht-und-zulassungsvoraussetzungen.html und der Bundesagentur für Arbeit/BERUFENET unter https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/suchergebnisse/kurzbeschreibung&dkz=8764& such=logop%C3%A4de (abgerufen September 2017)

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