Medizinische Fußpflege ist mehr als Kosmetik

In manchen Fällen ist aus medizinischen Gründen eine professionelle Fußpflege nötig - dann sollte man zum Podologen. (Foto: Fotolia / coppiright)
In manchen Fällen ist aus medizinischen Gründen eine professionelle Fußpflege nötig - dann sollte man zum Podologen. (Foto: Fotolia / coppiright)

Podologen decken ein großes Behandlungsspektrum ab.

(dbp/fru) Sie tragen uns jeden Tag – aber wir danken es unseren Füßen kaum. Dabei wäre es so einfach: Ab und an zur Fußpflege und den Füßen etwas Gutes tun. In manchen Fällen ist aber aus medizinischen Gründen auch eine professionelle Pflege nötig. Dann sollte man zum Podologen. Denn anders als die kosmetische ist die medizinische Fußpflege (Podologie) in Deutschland eine geschützte Berufsbezeichnung.

Podologen kümmern sich vor allem darum, gesundheitliche Schäden am Fuß zu verhindern oder zu lindern. Das Spektrum der Behandlung ist dabei groß: Es reicht von klassischen Anwendungen wie Reinigung, Desinfektion oder Hautpflege bis zur Fußanalyse. Ernstere Nagelprobleme etwa können über Sanierung, Beschleifung oder gar den Einsatz einer Nagelprothese gelöst werden. Der Podologe ergänzt so vielfach die orthopädische oder dermatologische Behandlung durch den Arzt.

Vom Bader zum Podologen

„Der Beruf Podologe ist ein Gesundheitsfachberuf. Eine gängige Definition von Podologie lautet nichtärztliche Heilkunde am Fuß. Die Podologie grenzt sich damit deutlich ab von der reinen Fußpflege, wie sie von Fußpflegern praktiziert wird“, teilt der Deutsche Verband für Podologie (ZFD) auf seinen Internetseiten www.podo-deutschland.de mit. Der Verband ist laut eigenen Angaben die maßgebliche Berufsorganisation von Podologen in Deutschland und hat die Entwicklung der Podologie entscheidend geprägt. Wichtig dabei seien vor allem die Qualitätssicherung der Ausbildung und die Weiterentwicklung des Berufsstands.

Die Berufsanfänge des Podologen liegen weit zurück. „Bereits Hippokrates (ca. 400 v. Chr.) hat sich laut schriftlicher Überlieferung mit dem Fußübel der Hornhaut beschäftigt. Der Ursprung des heutigen Podologen liegt in der mittelalterlichen Baderstube“, erklärt der ZFD. Der Bader behandelte damals übrigens nicht nur Haut- und Nagelveränderungen, sondern war nebenbei auch Friseur und Zahnarzt.

Heutzutage ist die Ausbildung zum Podologen bundesweit einheitlich geregelt. Sie dauert in der Regel zwei Jahre in Vollzeit und in Teilzeit maximal vier Jahre. Seit Einführung des Podologengesetzes im Jahr 2002 ist die Berufsbezeichnung „Podologe“ bzw. „Medizinischer Fußpfleger“ geschützt. Nur wer die beschriebene Ausbildung mit Abschlussprüfung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule absolviert hat, darf den Titel „Podologe“ oder „Medizinischer Fußpfleger“ führen.

Behandlung des Diabetischen Fußes

Häufiges Einsatzgebiet der Podologie ist das so genannte diabetische Fuß-Syndrom, von dem besonders Typ-2-Diabetiker betroffen sind. Dabei handelt es sich um schlecht verheilende Wunden an Fuß oder Unterschenkel. Ursachen sind entweder durch Diabetes verursachte Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden, die das Schmerzempfinden stören. Bei letzterem werden Wunden oft nicht rechtzeitig behandelt. Zudem kann eine Stoffwechselschwäche wegen hoher Blutzuckerwerte die Wundheilung verzögern.

Regelmäßig entstehen aus all diesen Gründen Hautgeschwüre, die tief in den Fuß einwachsen können. Podologen sind im Rahmen der ärztlichen Behandlung an der Diagnose des Syndroms beteiligt und helfen Betroffenen mit der richtigen Pflege, schlimmere Schäden zu verhindern. Es lohnt sich also, den Zustand der Füße im Blick zu behalten und bei Bedarf Hilfe beim Arzt oder Podologen zu suchen.

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