Medikamentöse Behandlung oder operative Entfernung?

Nasenpolypen können von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern groß sein und treten fast immer beidseitig auf. (Foto: Fotolia / M.Dörr & M.Frommherz)
Nasenpolypen können von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern groß sein und treten fast immer beidseitig auf. (Foto: Fotolia / M.Dörr & M.Frommherz)

Nasenpolypen behindern die Nasenatmung.

(iwg/fru) Anfangs bleiben Nasenpolypen oft unbemerkt. Wenn Patienten jedoch zunehmend durch den Mund atmen müssen und vor allem bei körperlicher Belastung Schwierigkeiten haben, sollte der Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO-Arzt) aufgesucht werden. In diesem Stadium kommt es aufgrund der Nasenpolypen häufig auch zu nächtlichem Schnarchen und Schlafstörungen. Laut Deutschem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte wird oft auch das Riechvermögen beeinträchtigt bis hin zu einem völligen Verlust des Geruchsinns, weil die Luft nicht mehr zu den Riechzellen im oberen Nasenbereich gelangt.

Nasenpolypen begünstigen Folgeerkrankungen

Nasale Polypen entstehen in den Nasennebenhöhlen und wachsen von dort aus in die Nasenhaupthöhle hinein. Sie bestehen aus weichem, mit Flüssigkeit gefülltem Bindegewebe und treten fast immer beidseitig auf, wobei sie in ihrer Größe stark variieren können. Nasenpolypen können von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern groß sein und die Nasenhöhle vollständig verstopfen, erklärt der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte auf seinen Internetseiten „HNO-Ärzte im Netz“.

Nasenpolypen selbst sind anfangs harmlos, können aber mit zunehmendem Wachstum unangenehme bis schwerwiegende Komplikationen auslösen. Wenn die Nase ihrer wichtigen Aufgabe beim Reinigen und Befeuchten der Atemluft nicht mehr nachkommen kann, können Erreger ungehindert in die oberen Atemwege eindringen und dort zu anhaltenden Infekten wie chronischer Bronchitis oder Asthma bronchiale führen. „Schwerwiegende Komplikationen drohen, wenn die Infektion der Nebenhöhlen auf umliegendes Gewebe übergreift. Die Folge können gefährliche Entzündungen der Augenhöhle (Orbitaphlegmone), der Hirnhaut (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis) sein“, warnt der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Werden Nasenpolypen nicht rechtzeitig behandelt, können sie auch das Nasengerüst auftreiben und sogar zu einer Vergrößerung des Augenabstandes führen.

Behandlung beim HNO-Arzt

Je nach Größe und Ausbreitung der Nasenpolypen kommen verschiedene Behandlungen infrage. „Als Alternativen stehen die medikamentöse Behandlung und die operative Entfernung der Nasenpolypen zur Verfügung, die einander oftmals auch ergänzen“, erklärt der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Kleinere Polypen werden in der Regel mit kortisonhaltigen Medikamenten behandelt. Das Kortison hemmt das Wachstum der Polypen und bringt kleinere oft gänzlich zum Verschwinden.

Wird mit der medikamentösen Therapie keine wirkliche Besserung erzielt oder sind die Polypen einfach zu groß, ist eine operative Entfernung (Polypektomie) unumgänglich. Solche Eingriffe können bei kleineren, gut zugänglichen Polypen auch ambulant in einer HNO-Arztpraxis durchgeführt werden. Größere Polypen und Polypen in den Nasennebenhöhlen werden stationär in einer Klinik minimal-invasiv durch die Nasenlöcher entfernt. „Nach der Operation sollte die Nase für mehrere Tage nicht geschnäuzt und abfließendes Sekret nur abgetupft werden“, empfiehlt der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Ein ganz wesentlicher Punkt nach der operativen Entfernung von Nasenpolypen sei auch die sorgfältige Nachbehandlung und anschließende regelmäßige Nasenpflege.