Medikamente nicht so schädlich wie Zigaretten

Leichter gesagt als getan. Medikamente können dabei helfen. (Foto: Bilderbox)
Leichter gesagt als getan. Medikamente können dabei helfen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Medikamente zur Raucherentwöhnung haben nicht den allerbesten Ruf.

Anders als Nikotinersatzpräparate sind die beiden zurzeit in Deutschland verfügbaren Arzneimittel mit den Wirkstoffen Bupropion oder Vareniclin verschreibungspflichtig und kommen mit allerlei Nebenwirkungen daher. Eine Gefahr fürs Herz geht aber angeblich von keinem der drei Medikamentengruppen aus. Das berichtet die Deutsche Lungenstiftung (www.lungenaerzte-im-netz.de) unter Bezug auf eine Meta‐Analyse mit mehr als 30.000 Studienteilnehmern.

„Die Metaanalyse schloss 63 klinische Studien mit ein und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Häufigkeit von ernsthaften Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herztod nach Einnahme eines der drei Medikamente nicht erhöht ist“, teilt Professor Harald Morr mit, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lungenstiftung.

„Bei den Nikotinersatzpräparaten war zwar eine Beschleunigung der Herzfrequenz oder eine Veränderung der Herzschlagrate zu beobachten. Diese waren aber meistens darauf zurückzuführen, dass die Patienten zusätzlich zu den Medikamenten Zigaretten geraucht hatten – was natürlich ein Unsinn und kontraproduktiv ist“, sagt Professor Morr.

Grundsätzlich stellt er fest: „Zweifellos überwiegen die gesundheitlichen Vorteile nach einem Rauchstopp alle potenziellen Nebenwirkungen der Medikamente, die zur Unterstützung der Raucherentwöhnung eingenommen werden.“