Medikamente machen Knochen wieder stark

Zur Therapie der Osteoporose werden Medikamente eingesetzt, die den weiteren Knochenabbau stoppen sollen. (Foto: bilderzwerg / Fotolia)
Zur Therapie der Osteoporose werden Medikamente eingesetzt, die den weiteren Knochenabbau stoppen sollen. (Foto: bilderzwerg / Fotolia)

Osteoporose ist nicht heilbar, aber das Risiko für Brüche kann gesenkt werden

(dbp/wgt) Bei der Behandlung des fortschreitenden Knochenschwunds steht die Vermeidung von Brüchen an erster Stelle. Dabei hilft inzwischen eine Vielzahl wirksamer Medikamente. Aufgrund ihrer ganz verschiedenen Therapieansätze lassen sich drei Gruppen unterscheiden. Neben Medikamenten, die den Knochenabbau verzögern, stehen Wirkstoffe zur Verfügung, die den Aufbau der Knochen anregen. Ein weiteres Medikament kombiniert beide Eigenschaften.

Breites Spektrum anerkannter Wirkstoffe

Zu den Osteoporose-Medikamenten, deren Wirksamkeit durch Studienergebnisse gut dokumentiert ist, gehören laut Kuratorium Knochengesundheit die Bisphosphonate, Denosumab, das Parathormon 1-84, Raloxifen, Teriparatid und Strontiumranelat.

Die Bisphosphonate lagern sich an die Knochensubstanz an und hemmen den Zellstoffwechsel. So wird verhindert, dass die für den Knochenabbau verantwortlichen Zellen (Osteoklasten) weiter arbeiten können. Dadurch wird der Knochenabbau gestoppt. Die Bisphosphonate stehen in Tablettenform, als Trinklösung und zur intravenösen Gabe zur Verfügung.

Denosumab ist in Deutschland erst seit 2010 für die Osteoporose-Therapie zugelassen. Es handelt sich um einen humanen Antikörper. Er reduziert die Bildung von Osteoklasten und verringert die Aktivität der vorhandenen. Der Knochenabbau wird auf diese Weise stark gehemmt. Denosumab wird einmal im halben Jahr unter die Haut gespritzt.

Das humane Parathormon PTH 1-84 wird besonders Patienten mit hohem Knochenbruchrisiko verabreicht. Es regt die für den Knochenaufbau verantwortlichen Zellen (Osteoblasten) an und bewirkt dadurch eine Zunahme der Knochendichte. Die Gefahr eines Knochenbruchs kann so deutlich reduziert werden. Das Präparat muss jedoch täglich unter die Haut gespritzt werden.

Raloxifen kommt sowohl zur Vorbeugung als auch zur der Therapie bei Frauen nach der Menopause zum Einsatz. Es reduziert in erster Linie das Risiko für Brüche der Wirbelknochen. Raloxifen wird in Tablettenform einmal täglich eingenommen.

Bei Teriparatid handelt es sich um das humane Parathormon 1-34. Es gehört ebenfalls zu den Medikamenten, die den Knochenaufbau anregen. Teriparatid erhöht die Knochendichte und stärkt damit die Festigkeit des Knochens. Das Präparat muss täglich unter die Haut gespritzt werden.

Strontiumranelat zeichnet sich dadurch aus, dass es zwei Eigenschaften vereint. Es regt den Knochenaufbau an und hemmt gleichzeitig den Knochenabbau. Die Wirkung des Medikaments ist jedoch schwächer als bei den Präparaten, die nur den Knochenabbau hemmen oder den Aufbau fördern. Strontiumranelat wird täglich eingenommen.

Neuer Ansatz gibt Hoffnung auf Heilung

Große Hoffnung auf eine neue Art der Therapie verbinden Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg unterdessen mit dem jüngst entdeckten Rezeptor PPARβ/δ. Er hat sich im Experiment als erfolgreich bei der Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Knochenabbau und -aufbau erwiesen. Damit würde eine Erneuerung der Knochenstruktur möglich und Osteoporose erstmals „sogar heilbar“, wie der Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Gerhard Krönke, betont.