Masern: bei unklarem Immunstatus erneut impfen

Auch Erwachsene sollten ihren Masern-Immunstatus überprüfen lassen. (Foto: Alexander Raths / Fotolia)
Auch Erwachsene sollten ihren Masern-Immunstatus überprüfen lassen. (Foto: Alexander Raths / Fotolia)

(dbp/cwr) Wenn Eltern nicht wissen, ob sie selbst oder ihre Kinder einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern haben, sollten sie ihren Kinder- und Jugendarzt aufsuchen und sich beraten lassen, ob eine Impfung nachgeholt werden sollte.

Dazu rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Die Ständige Impfkommission rät zur ersten Impfung zwischen dem vollendeten 11. bis zum 14. Lebensmonat. Eine zweite Impfung sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Diese zweite Impfung wurde in den 70-er und 80-er Jahren bei vielen Kindern nicht gegeben. Haben Eltern keinen Ausweis mehr oder wissen nicht mehr genau, wer wann welche Impfung bekommen hat, sollte lieber erneut gegen Masern geimpft werden, so der Rat des BVKJ. „Es besteht keine Gefahr, wenn eine Masernimpfung mehr als zweimal gegeben wird“, sagt Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Verbandes. Lediglich immungeschwächte Patienten sollten vorsichtig sein, da der Masernimpfstoff ein Lebendimpfstoff ist. Das bedeutet, dass er zwar eine „lebende“ Variante des Krankheitserregers enthält, aber eine stark abgeschwächte.

Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Von 100 Menschen, die in Kontakt mit dem Virus gekommen sind und nicht immun waren, erkranken nahezu 100 Prozent. Viele Kinder überstehen eine Maserninfektion ohne Folgeschäden, so der BVKJ. Doch einige entwickeln eine Lungenentzündung, einzelne auch eine Gehirnentzündung. Kinder, die im ersten Lebensjahr erkranken, sind besonders gefährdet, eine sogenannte subakute, sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) zu entwickeln. Diese Gehirnentzündung befällt den kleinen Körper schleichend und ist immer tödlich.

„Da die erste Masern-Impfung erst ab einem Alter von elf Monaten erfolgen kann, ist es wichtig, dass die Mutter selbst gegen diese hochansteckenden Viren immun ist. Denn dadurch erhalten Säuglinge von ihrer Mutter zumindest noch etwa 5 bis 6 Monate einen Nestschutz“, so Dr. Fegeler.