Manchmal ist frühzeitige Operation sinnvoll

Wenn anhaltende Entzündungen an den Grundgelenken der Hand und der Finger auftreten, könnte es sich dabei um eine rheumatoide Arthritis handeln. (Foto: Fotolia / Sebastian Kaulitzki)
Wenn anhaltende Entzündungen an den Grundgelenken der Hand und der Finger auftreten, könnte es sich dabei um eine rheumatoide Arthritis handeln. (Foto: Fotolia / Sebastian Kaulitzki)

Wie die Rheumachirurgie bei einer rheumatoiden Arthritis helfen kann.

(dbp/spo/fru) Unter den entzündlichen Gelenkerkrankungen ist die rheumatoide Arthritis der häufigste Vertreter. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland mehr als 800.000 Menschen daran, sagt der Bundesverband Deutscher Internisten. Frauen erkranken drei Mal häufiger als Männer. In vielen Fällen beginnen die Entzündungen an den Grundgelenken der Finger und Zehen. Wenn solche Symptome auftreten, sollten Betroffene nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie am besten sofort einen Termin bei ihrem Hausarzt vereinbaren, denn die Gelenkzerstörung schreitet erfahrungsgemäß in den ersten beiden Jahren am stärksten voran. Der Hausarzt überweist Rheumapatienten in der Regel zeitnah an einen Rheumatologen, der eine schnelle Behandlung einleiten kann.

Fachübergreifende Therapie notwendig

Wird eine bestehende Krankheit nicht behandelt, sorgt das langfristig für deformierte Gelenke, Fehlstellungen und vor allem eine eingeschränkte Beweglichkeit. Patienten mit einer weit fortgeschrittenen rheumatoiden Arthritis an der Hand können teilweise kaum noch Stifte halten, Konservendosen öffnen oder gar die Schnürsenkel binden. „Gerade bei rheumatischen Erkrankungen gehen die medikamentöse, die physikalische und die operative Therapie Hand in Hand“, wird auf den Internetseiten der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg erklärt. Die Indikationsstellung zu Operationen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sei jedoch anspruchsvoll und erfordere große Erfahrung. Die Operation müsse mit der medikamentösen Basistherapie abgestimmt werden und angepasst an die Erkrankungsstadien in das Gesamtkonzept der Therapie eingebunden sein.

Die Klinik für Plastische und Handchirurgie des Klinikums Lippe nennt als Ziele einer chirurgischen Behandlung in der Frühphase „die Verlangsamung des Krankheitsprozesses, die Verminderung der Schmerzen, die Verbesserung oder Wiederherstellung von nützlichen Funktionen, die Verhinderung fortschreitender Zerstörungen und die Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbildes“. Als vorbeugende Operationen wird z. B. die „Synovialektomie“ genannt, bei der das aggressive Synovialgewebe entfernt wird. Zu den rekonstruktiven Maßnahmen zählen die Wiederherstellung von Weichteilmantel und Gelenken (z. B. auch durch Einbringen von Kunstgelenken) sowie Sehnen-Verlagerungen. Wenn bestehende Strukturen erhalten werden sollen, spricht man von sogenannten „salvage surgeries“ zur Rettung (engl. „salvage“) noch bestehender Funktionen. Als Beispiel wird hier die operative Gelenkeinsteifung (Arthrodese) genannt.

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