Männergesundheit auf dem Prüfstand

Männer leben angeblich riskanter als Frauen. (Foto: Bilderbox)
Männer leben angeblich riskanter als Frauen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Dass Männer früher sterben als Frauen, ist kein Naturgesetz.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in seinem Bericht „Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland“ ermittelt, dass die Unterschiede zwischen Männer und Frauen in puncto Gesundheit und Lebenserwartung nur zu einem kleinen Teil unveränderlich sind. „Man geht heute davon aus, dass lediglich etwa ein Jahr von insgesamt etwa sechs Jahren, die Männer im Mittel früher sterben, durch biologische Faktoren bedingt ist“, schreibt das RKI in seinem Bericht aus dem Jahr 2014.

Viele andere Faktoren spielen eine insgesamt größere Rolle. Heike Kreutz vom Bonner Infodienst aid, die den RKI-Bericht analysiert hat, nennt an erster Stelle das „gesundheitliche Risikoverhalten“: So seien Männer häufiger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen, für die Rauchen, Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck als Risikofaktoren gelten. Dennoch sagen Männer bei Umfragen häufiger als Frauen, ihre Gesundheit sei gut. Daraus schließen die Autoren, dass Männer ihre Aufmerksamkeit weniger auf den eigenen Körper richten als Frauen und Veränderungen nicht für so wichtig halten.

Auch das Thema Ernährung steht bei Männern nicht derart im Fokus wie bei Frauen. Männer essen nicht nur mehr, sondern greifen auch häufiger zu Fleisch und Wurstwaren. Ballaststoffreiche Lebensmittel stehen durchschnittlich seltener auf dem Speiseplan. Nur jeder zweite Mann isst täglich Obst. Gemüse kommt sogar nur bei einem Drittel der Männer täglich auf dem Tisch.

In weiteren Studien sollen die geschlechtsspezifischen Zusammenhänge von biologischen und soziokulturellen Einflussfaktoren auf die Gesundheit genauer erforscht werden.