Männer und Kinder profitieren von Akupunktur

Bei der Behandlung von Erektionsproblemen mittels Akupunktur werden Punkte gewählt, die denen bei der Behandlung von Migräne ähnlich sind. (Foto: Andrey Popov / Fotolia)
Bei der Behandlung von Erektionsproblemen mittels Akupunktur werden Punkte gewählt, die denen bei der Behandlung von Migräne ähnlich sind. (Foto: Andrey Popov / Fotolia)

Aktuelle Studien eröffnen neue Behandlungsmöglichkeiten.

(dbp/abz) Die Akupunktur ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Heilmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Reflextherapie, bei der die Nadeln an genau festgelegten Punkten in die Haut eingestochen werden, ist schon länger im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten und wird bei vielfältigen Indikationen – häufig zur Schmerztherapie – eingesetzt. Neben den “klassischen“ Anwendungsgebieten wie Rheuma und Arthrose, Kopf- und Rückenschmerzen, Stressbeschwerden, Verdauungs- und Atmungsstörungen oder Allergien und Raucherentwöhnung zeigen sich immer wieder neue, vielversprechende Anwendungsgebiete.

Alternative Hilfe für Männer mit Erektionsproblemen

In einer neuen Studie wurde festgestellt, dass Akupunktur eine hocheffektive Therapie bei psychisch bedingten Erektionsproblemen sein kann. Diese Funktionsstörung, die im Fachjargon als psychogene erektile Dysfunktion (pED) bezeichnet wird, tritt häufig im Zusammenhang mit Depressionen oder dem sogenannten Burn-Out-Syndrom auf. Aber auch Partnerschaftsprobleme können dazu führen, dass der „Kopf“ nicht mehr mitmacht und es im Bett zu Schwierigkeiten mit der Erektion kommt.

Im Rahmen der Studie wurden bei den betroffenen Männern Akupunkturpunkte genadelt, die der Behandlung von Migräne ähnlich sind und das Ergebnis war sehr überzeugend. Fast 70% der behandelten Männer konnten nach der Behandlung wieder so wie sie wollten. Bei den restlichen Kandidaten wurde zum allergrößten Teil in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung zumindest eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit erreicht. Bei den Patienten die unter der erektilen Dysfunktion im Zusammenhang mit einem Burn-Out-Syndrom litten, hat die Behandlung zudem zu einer Verbesserung der übrigen Symptome, wie Kraftlosigkeit, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Angstzuständen oder Reizbarkeit geführt.

Auch Kinder mit chronischen Schmerzen profitieren

Dass Erwachsene mit chronischen Schmerzen durch die Akupunktur eine wirksame Therapiemethode zur Verfügung haben, ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass dies auch für Kinder mit entsprechenden Beschwerden gilt. Was zunächst logisch klingt, ist nicht selbstverständlich, denn Effekte von Therapien, die bei Erwachsenen zu beobachten sind, müssen nicht automatisch auf Kinder übertragbar sein.

Eine weitere Studie hat nun aber gezeigt, dass Kinder mit chronischen Schmerzen mit einer speziell auf sie zugeschnittenen Akupunkturbehandlung deutlich und fortschreitend von Schmerzen befreit werden konnten. So liegt eine bislang nicht vorhandene Datenbasis vor, die wohl dazu führen wird, dass sich die Akupunktur auch bei der Behandlung von Kindern mit chronischen Schmerzen weiter etablieren wird.

Doppelter Erfolg bei richtiger Diagnose

Akupunktur wirkt, wenn sie richtig genadelt wird, sofort und unmittelbar. „Der Erfolg der Akupunktur verdoppelt sich, wenn zuvor eine Diagnose nach der TCM gestellt wird“, sagt Professor Greten, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin und Lehrbeauftragter an der Universität Heidelberg.

Als wesentliche Diagnosemethoden gelten dabei die „vier B“: Betasten (Haut, Puls, Muskeln), Betrachten, Beriechen (Mundgeruch, Schweiß) und Befragen. „Erst nach der ganzheitlichen Betrachtung des Patienten werden optimale Punktkombinationen für die Nadelung festgelegt“, sagt Experte Greten. Das richtige Stechen setze jedoch eine jahrelange Ausbildung voraus. Es empfiehlt sich daher, den Akupunkturtherapeuten nach der Dauer und Art seiner Ausbildung zu fragen.

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