Lungenkrebs ist vermeidbar

Lungenkrebs verursacht im Frühstadium keine Beschwerden, eine Früherkennung ist daher meist Zufall. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)
Lungenkrebs verursacht im Frühstadium keine Beschwerden, eine Früherkennung ist daher meist Zufall. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)

Prävention ist der einzige Schutz, da Frühsymptome und Vorsorgeuntersuchungen fehlen

(dbp/nas) Mehr als 30.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Lungenkrebs – bei Männern ist das Bronchialkarzinom die häufigste krebsbedingte Todesursache, bei Frauen die dritthäufigste. Problematisch ist, dass die Erkrankung meist erst in einem späten Stadium erkannt wird, weil sie sich zuvor nicht bemerkbar macht. Vorsorgeuntersuchungen in diesem Bereich gibt es nicht.

Egal ob Untersuchung des Bronchialsekrets oder Computertomografie: Alle Tests haben sich bislang als unzulänglich erwiesen, wenn es um die Vorsorge geht, sagt Professor Dr. Adrian Gillissen von der Deutschen Lungenstiftung. Das Röntgen liefere als Vorsorge eine hohe Zahl an so genannten „falsch positiven“ Befunden – also die Entdeckung von „Herden“, die sich nach weiterer Diagnostik schließlich als nicht bösartig herausstellen. Das würde in der Praxis dazu führen, dass viel zu viele Menschen unnötig an ihren gesunden Lungen operiert würden, so der Experte. Umso wichtiger sei die Prävention.

Vor allem Raucher sind gefährdet

Prävention heißt konkret: Das Vermeiden von Risikofaktoren. Und Risikofaktor Nummer eins für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms ist das Rauchen. Die Gefahr erhöht sich mit jeder Zigarette und jedem Tag des Rauchens weiter, warnt die Deutsche Krebsgesellschaft. Insbesondere bei jungen Menschen müsse Aufklärung betrieben werden, damit diese erst gar nicht anfangen, zu Zigaretten zu greifen, erläutert Professor Gillissen.

Auch Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz Schadstoffen und Giften ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko. Für einige Berufsgruppen ist Lungenkrebs als Berufskrankheit anerkannt: Besonders deutlich sei zum Beispiel der Zusammenhang nach einer Asbestexposition, erklärt Gillissen. Eine genetische Komponente gebe es nicht; wenn Lungenkrebs gehäuft in Familien auftritt, dann liege das eher an deren Lebensumständen. Das Thema Passivrauchen werde nach wie vor in der Wissenschaft diskutiert – es sei aber ratsam, Zigarettenrauch in jedem Fall zu vermeiden, sagt der Experte.

Symptome zeigen sich erst spät

Wird ein Bronchialkarzinom im Frühstadium entdeckt, geschieht dies meist durch Zufall. Zu Beginn seines Wachstums macht Lungenkrebs kaum Beschwerden. Treten Symptome wie ein über mehrere Wochen andauernder oder sich verändernder Husten, Atemnot, Schmerzen in der Brust, blutiger Auswurf oder körperlicher Verfall auf, kann dies auf einen Tumor an der Lunge hindeuten – der dann aber meist schon in einem fortgeschrittenen Stadium ist.

Besteht der Verdacht eines Bronchialkarzinoms, wird zunächst ein Röntgenbild von der Lunge gemacht, danach eventuell noch eine Computertomografie, erläutert Gillissen. Dann muss eine Gewebeprobe klären, ob es sich tatsächlich um Krebs handelt und wenn ja, um welche Art. Dazu wird meist eine Bronchoskopie durchgeführt. Weitere Untersuchungen können nötig sein, um mögliche Metastasen – insbesondere im Hirn, in den Knochen und der Nebenniere – aufzuspüren. Mit diesen Informationen lässt sich dann ein individueller Therapieplan erstellen.

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Quellenangaben:
Interview mit Professor Dr. Adrian Gillissen, Deutsche Lungenstiftung e.V. (geführt im Januar 2011); „Patientenratgeber Lungenkrebs“ der Deutschen Krebsgesellschaft, 1. Auflage, Berlin, 2009 (www.krebsgesellschaft.de/download/patientenratgeber_lungenkrebs_20100301.pdf); Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und des Bundesverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de)