Lungenentzündung kann tödlich sein

Gegen Lungenentzündung gibt es eine Schutzimpfung. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)
Gegen Lungenentzündung gibt es eine Schutzimpfung. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)

(dbp/auh) Nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung sind gegen Lungenentzündung geimpft.

„Und dies vorwiegend noch mit einem älteren, deutlich weniger wirksamen Impfstoff“, sagt Professor Adrian Gillissen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung. Dabei gebe es seit 2012 einen Konjugat‐Impfstoff für Erwachsene, der mit 90‐prozentiger Sicherheit vor einer Pneumokokken‐Pneumonie schützen könne, so Gillissen.

Der Experte ruft ebenso wie die Ständige Impfkommission (STIKO) insbesondere chronisch Kranke und alle Menschen ab 60 Jahre dazu auf, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Aktuelle Zahlen aus dem neu aufgelegten „Weißbuch Lunge 2014“ weisen darauf hin, dass jeder zehnte Patient, der wegen Lungenentzündung ins Krankenhaus muss, daran verstirbt. Im Jahr 2005 waren es „nur“ sieben Prozent.

Das seien recht hohe Todesraten im Vergleich zum Herzinfarkt, der tendenziell sehr viel mehr gefürchtet werde, aber nur in fünf Prozent der Fälle, die das Krankenhaus erreichen, tödlich verlaufe. Gillissen vermutet, dass Ärzte und Patienten die Risiken unterschätzen, die von einer Lungenentzündung ausgehen. Lungenentzündung sei auch in den reichen Ländern immer noch die häufigste zum Tode führende Infektion. Gefährdet seien Kleinkinder, alte Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen. Allerdings: „Gerade die von Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) verursachten Pneumonien können auch bei ansonsten gesunden Patienten schwer und tödlich verlaufen“, warnt Professor Gillissen.

Ausführliche Informationen finden Interessierte und Betroffene im Internet unter www.lungenaerzte‐im‐netz.de.