Lunge unter Hochdruck

Angeborene oder erworbene Schädigungen am Herzen können zu Lungenhochdruck führen. (Foto: s l / Fotolia)
Angeborene oder erworbene Schädigungen am Herzen können zu Lungenhochdruck führen. (Foto: s l / Fotolia)

Steigt der Blutdruck im Lungenkreislauf an, leidet häufig auch das Herz

(dbp/wgt) Lungenhochdruck gilt heute als dritthäufigstes Herz-Kreislauf-Leiden nach Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Experten sprechen von pulmonaler Hypertonie und bezeichnen damit ganz unterschiedliche Erkrankungen der Lungengefäße. Allen gemeinsam ist jedoch die krankhafte Verengung der Lungenarterien, durch die es zu einem Anstieg des Blutdrucks im Lungenkreislauf und damit verbunden häufig zu einer Schädigung der rechten Herzkammer kommt.

Wird die pulmonale Hypertonie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, liegt die Lebenserwartung der Betroffenen bei schweren Formen der Erkrankung nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) im Durchschnitt bei drei Jahren. Man unterscheidet zwischen der relativ seltenen primären und der sekundären pulmonalen Hypertonie, die deutlich häufiger vorkommt. Während die primäre Form ohne erkennbare Ursachen (idiopathisch) auftritt, jedoch häufig erblich bedingt ist, kann die sekundäre Form des Lungenhochdrucks sowohl mit Erkrankungen der Lunge als auch des Herzens einhergehen.

Lungenhochdruck kennt viele Ursachen

Zu den vielfältigen Ursachen des Lungenhochdrucks zählt die DGK in ihren Diagnose-Leitlinien die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), im Volksmund meist als Raucherlunge bezeichnet, ebenso wie die Lungenembolie, Lungenfibrosen oder Schädigungen der Lunge infolge einer Tuberkulose. Aber auch angeborene Herzfehler sowie Verengungen der Herzkranzgefäße und Herzrhythmusstörungen gelten als Verursacher des Lungenhochdrucks. Außerdem Lebererkrankungen, HIV-Infektionen und Bindegewebserkrankungen wie die systemische Sklerose.

Im Anfangsstadium der pulmonalen Hypertonie bemerken die Betroffenen meist keine Symptome. Erst im fortgeschrittenen Stadium stellen sich Atemnot, rasche Ermüdung, Schmerzen in der Brust oder im Bauchbereich sowie Wassereinlagerungen in den Beinen ein. Die ersten Anzeichen ähneln denen einer Vielzahl von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Lunge. So vergeht oft viel Zeit, bis der Lungenhochdruck diagnostiziert wird. Je früher die Erkrankung erkannt wird, umso besser lässt sie sich jedoch behandeln.

Heilung noch immer nicht möglich

Herz- und Lungenspezialisten arbeiten deshalb inzwischen häufig Hand in Hand. Besteht ein Verdacht auf Lungenhochdruck, kann sich der Arzt zunächst durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) und eine Belastungsuntersuchung (Spiroergometrie) erste Klarheit verschaffen. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und eine Herzkatheteruntersuchung können die Diagnose absichern.

Hat sich der Verdacht bestätigt, gibt es mittlerweile deutliche Fortschritte bei der Behandlung. Zwar ist eine dauerhafte Heilung noch immer nicht möglich. Mit neuen Medikamenten lässt sich jedoch der Druck in der Lunge senken und eine bessere Sauerstoffversorgung erzielen. Damit können Lebensqualität und Lebenserwartung deutlich verbessert werden.

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Actelion-Patienten-Service: Häufige Fragen und Antworten zu Lungenhochdruck, www1.actelion.de/documents/de/Fragen-und-Antworten-zu-Lungenhochdruck.pdf; Bayer Research: Patient Lunge. Bayer forciert internationales Netzwerk zur Lungenforschung, www.research.bayer.de/de/24-lungenerkrankungen.pdfx; Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (Hg.) (2007): Diagnostik und Therapie der chronischen pulmonalen Hypertonie. In: Clinical Research in Cardiology, H. 5, S. 301-330. Online: http://leitlinien.dgk.org/files/2007_Leitlinie_chronische_pulmonale_Hypertonie.pdf; Helmholtzzentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Lungeninformationsdienst: Lungenhochdruck, www.lungeninformationsdienst.de; Müller, Thomas (2006): Lungenhochdruck – das ist ein ganzes Krankheitsspektrum. In: Ärzte Zeitung vom 26.05.2006; alle Seiten abgerufen im Februar 2013