Lieber keine Rohmilch für Kinder und Schwangere

Rohmilchkäse ist für gesunde Erwachsene in der Regel kein Problem. (Foto: Bilderbox)
Rohmilchkäse ist für gesunde Erwachsene in der Regel kein Problem. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Rohmilch und Rohmilchprodukte von Kühen, Ziegen und Schafen können unter Umständen lebensbedrohliche Bakterieninfektionen auslösen.

Vor allem Kinder, immungeschwächte Menschen sowie schwangere Frauen sollten nur pasteurisierte Milch trinken, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

„Trotz gründlicher Reinigung der Melkgeräte und Sauberkeit im Stall können Keime in die Milch gelangen, die auch für den Menschen gefährlich sind. Dazu gehören beispielsweise der Escherichia‐coli‐Stamm EHEC oder auch Campylobacter‐Bakterien, die beide zu Darmbeschwerden führen“, erläutert der Sprecher des BVKJ, Dr. Ulrich Fegeler.

Besonders riskant sei der Rohmilch‐Verzehr im Ausland wegen der Gefahr der Ansteckung mit Brucellose, in seltenen Fällen auch mit Darmtuberkulose. „Die Brucellose löst eher unspezifische Symptome wie Gelenkbeschwerden, Müdigkeit und Leber/Milzvergrößerungen aus, kann aber auch schwer verlaufende Krankheitsbilder wie das Malta‐Fieber verursachen“, mahnt Dr. Fegeler.

Alle Rohmilchprodukte müssen nach der EU‐Verordnung 853/2004 überall in Europa gekennzeichnet werden. Milch trägt die Aufschrift „Rohmilch“ und auf Rohmilchprodukten steht „mit Rohmilch hergestellt“. Die Kennzeichnung erfolgt in der jeweiligen Landessprache.