Lieber auf den „Schlummertrunk“ verzichten

Wer sich bei Einschlafstörungen mit Alkohol oder Tabletten „abschießt“, findet keinen erholsamen Schlaf. (Foto: Focus Pocus LTD / Fotolia)
Wer sich bei Einschlafstörungen mit Alkohol oder Tabletten „abschießt“, findet keinen erholsamen Schlaf. (Foto: Focus Pocus LTD / Fotolia)

Wer regelmäßig Alkohol oder Tabletten zum Einschlafen einnimmt, riskiert Abhängigkeit

(dbp/auh) Erholsamer Schlaf ist wichtig für die Gesundheit. Schlafstörungen können nicht nur die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, sondern auch ernsthafte psychische und körperliche Erkrankungen nach sich ziehen. Andererseits ist der Schlaf extrem anfällig für Störungen jeglicher Art. Viele Krankheiten, psychischer Stress (Trauer, Ängste) und Schmerzen rauben einem buchstäblich den Schlaf. Auch Alkohol, Nikotin und manche Medikamente beeinträchtigen den gesunden Schlaf. Hinzu kommen äußere Störfaktoren wie Lärm, Licht und schlechte Luft.

Wer nur gelegentlich unter Ein- oder Durchschlafstörungen leidet und tagsüber keine deutliche Leistungsminderung erlebt, kann zunächst auf eigene Faust versuchen, das Problem zu lösen. Kleine Verhaltensänderungen können helfen. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt, bestimmte Regeln zur Förderung des gesunden Schlafs („Schlafhygiene“) einzuhalten. Dazu gehört der abendliche Verzicht auf alle Arten von Stimulanzien.

Keine Stimulanzien am Abend

Leider greifen gerade Menschen mit Schlafproblemen am Abend gern zu einem alkoholhaltigen „Schlummertrunk“. In diesem Zusammenhang ist der Spruch „Wer Sorgen hat, hat auch Likör. Wer keine hat, braucht keinen mehr“ von Bedeutung. Tagsüber werden Sorgen und Ängste in Schach gehalten, weil man „funktionieren“ muss: Arbeit, Haushalt und Kinder halten einen auf Trab. Erst, wenn man abends im Bett zur Ruhe kommt, beginnt das Gedankenkarussell seine Rundfahrten. Wird Alkohol in solchen Fällen regelmäßig eingesetzt, um dem quälenden Grübeln zu entgehen, kann das gefährlich werden.

Zwar fällt das Einschlafen tatsächlich leichter, denn Alkohol setzt nach Angaben der DGSM die Hirntätigkeit herab. Der Schlaf wird aber häufiger unterbrochen, die Tiefschlafphasen werden gestört und der Körper kann sich demzufolge nicht ausreichend erholen. Darüber hinaus entwickelt sich (ähnlich wie bei Schlaftabletten) bei Dauergebrauch ein Gewöhnungseffekt mit dem Risiko, dass die Dosis stetig erhöht wird und schließlich eine Abhängigkeit entsteht.

Bequemes Bett, frische Luft

Ebenfalls verzichten sollten man dem guten Schlaf zuliebe auf Koffein (Kaffee, Tee, einige Medikamente, Energydrinks) und Nikotin (ebenfalls in manchen Medikamenten enthalten). Laut DGSM ist mäßiger Koffeinkonsum tagsüber kein Problem. Es genügt, wenn man drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen mit dem Genuss von Kaffee, Tee und Co. aufhört. Beim Rauchen hingegen ist totale Abstinenz empfehlenswert: „Raucher, die ihre Gewohnheit aufgeben, schlafen schneller ein und wachen nachts seltener auf, sobald die Entzugserscheinungen überwunden sind“, so die DGSM.

Zur Schlafhygiene zählen auch regelmäßige Zeiten für die Nachtruhe, das heißt: jeden Tag um dieselbe Zeit zu Bett gehen und um dieselbe Zeit aufstehen. Die Schlafumgebung sollte so gestaltet sein, dass man sich aufs Bett freut. Neben individuell verschiedenen Vorlieben bezüglich Größe und Härtegrad der Matratze, Farben und Materialien für die Bettwäsche gibt es auch generelle Empfehlungen: „Die Temperatur sollte eher kühl als warm und das Zimmer mit ausreichend frischer Luft versorgt sein.“